Es gibt im Yoga Tipps zur Ernährung und Körperpflege, die ungewöhnlich sind: Früh morgens aufstehen, mit Mandelöl einreiben, kalt duschen (nur Kopf und Geschlechtsorgane warm), kein Fleisch, kein Alkohol, keine Eier, kein Kaffee, kein Nikotin, Fastentage einlegen, keine Süßigkeiten, morgens und abends Nasendusche, Yoghurtbäder, etc. Und dann heißt es "sei im Jetzt und genieße den Augenblick". Vor dem Yoga waren für mich diese Tipps mit dem Genießen des Lebens unvereinbar. Nachdem ich einige ausprobiert habe, verstehe ich, was gemeint ist, auch wenn ich nicht alle Ideen für mich langfristig umsetze. Beispielsweise kann ich mir ohne Süßes mein Leben nicht vorstellen. Festgestellt habe ich, dass sich meine Geschmacksnerven und Wahrnehmungen sehr verändert haben und dass ich tatsächlich Momente viel intensiver genießen kann, weil ich weniger mit verdauen und benebelt sein beschäftigt bin. Aber auch das hat seinen Preis. Manchmal gibt es Situationen, wo ich gar nicht wahrnehmen will, wo ich mich lieber "betäuben" möchte, weil es mir gerade zu viel wird. Das ist wichtig zu spüren, damit ich nicht in eine arrogante Predigerhaltung komme, die allen anderen vorschreibt, wie man zu leben hat. Ende Mai ist meine Prüfung zur Kinderyogalehrerin und es wichtig zu wissen, was für eine möchte ich sein. Ein erster wichtiger Baustein ist mir bewusst geworden.
Sat Nam
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