Heute bin ich mit den Kindern für eine lange Fahrt im ICE unterwegs gewesen. Ich wusste, dass es voll werden würde und dass Konfliktpotential in der Luft liegt, gerade wenn man mit kleineren Kindern ein Abteil teilen muss. Ich hatte bereits Erfahrung mit genervten anderen Eltern ("O nein, da fahre ich extra ohne meine Kinder und dann sitzen andere neben mir...") oder Raumbesitzern ("dieser Teil der Armlehne gehört aber mir..") und war etwas aufgeregt vor der Reise. Eine sehr gute Freundin gab mit den Tipp: Denke an das Mantra vom inneren Frieden: Sat Narayen Wahe Guru, Hari Narayen Sat Nam. Es hat prima gewirkt. Ich fühlte mich wie ein fröhlicher und weicher Gummiball, der seinen eigenen Weg geht, aber keine Härte zeigt. Denn Härte erzeugt wieder Härte. Wenn ich spürte, dass mich das Verhalten eines anderen ("Aber ich habe nun einmal den Fensterplatz reserviert!") anfing aufzuregen, sang ich lautlos im Innern das Mantra, blieb weich und wartete ab, was passiert. Meine Reaktionen waren von Mitgefühl geprägt ("Ich verstehe, dass Sie dort sitzen wollen"), so dass aufstrebende Aggressionen im Keim erstickten. Es ergaben sich Lösungen ("Nein, wir können uns auch an den Gang setzen, es ist schließlich für sie mit Kindern am Fenstertisch viel einfacher.") mit denen alle zufrieden waren.
Ich kann nur sagen, ausprobieren lohnt sich.
Sat Nam
Sonntag, 31. Oktober 2010
Samstag, 30. Oktober 2010
Der eigene Weg
Heute Morgen bei der "Ich bin glücklich - Ich bin gut" - Meditation sah ich vor meinem inneren Auge dieses: >o< . Zwei zur Seite offene Dreiecke, die zur Mitte spitz zuliefen. Dazwischen sah ich einen Weg, den eigenen Weg. Genauso fühlt sich die Meditation an. Glücklich und gut sein, unabhängig davon was im außen ist. Egal was andere Menschen für eine Meinung haben oder über mich sagen, es gibt etwas in mir das frei davon ist, dass sich immer gut fühlen kann und vor allem darf.
Später bin ich zum Bloomberg (nähe Bad Tölz) gefahren zum Wandern. Oben angekommen, schaute ich zu vielen Seiten hinunter. Von den unter-schiedlichsten Wegen kamen Wanderer und setzten sich glücklich ins Gras um den Ausblick zu genießen. Es gibt sehr viele Wege einen Berg zu erklimmen, das Glücksgefühl angekommen zu sein ist für alle: herrlich und frei.
I am happy - I am good
Sat Nam
Später bin ich zum Bloomberg (nähe Bad Tölz) gefahren zum Wandern. Oben angekommen, schaute ich zu vielen Seiten hinunter. Von den unter-schiedlichsten Wegen kamen Wanderer und setzten sich glücklich ins Gras um den Ausblick zu genießen. Es gibt sehr viele Wege einen Berg zu erklimmen, das Glücksgefühl angekommen zu sein ist für alle: herrlich und frei.
I am happy - I am good
Sat Nam
Freitag, 29. Oktober 2010
Yoga beim Friseur
Heute war ich beim Friseur. Eigentlich etwas angenehmes. Bis auf das Augenbrauen zupfen. Der ganze Salon weiß schon immer Bescheid. A ja, jetzt geht es wieder los. Ich bekomme dabei Niesanfälle. Erst Tränen die Augen, so als würden sie sehr traurig sein, dass ein paar Härchen ausgerupft werden. Dann steigt das Kribbeln weiter und entlädt sich in heftigem Niesen. Eine Art Nase-Wutanfall, weil das Gezupfe nicht aufhört. Die Friseurin kennt mich schon seit einigen Jahren und beeilt sich sehr. Sie rast mit ihrer Pinzette über die Haut wie ein Rasen Mähender bevor der drohende Regen einsetzt. Sie hat sich auch noch nie getraut mir dafür eine Praktikanten anzuvertrauen. Wahrscheinlich würde dann ein Orkan der Stärke 10 im Salon meßbar sein. Das hat meine Friseurin bisher immer verhindert. Trotzdem gab es immer Niesattacken, denen sie sehr geschickt mit einem Seitensprung und der Warnung "Hilfe" auswich.
Heute war es anders. Ich legte meinen Nacken in das Waschbecken und konzentrierte mich nur auf meinen Atem. Ich dachte an die Herzöffner-Meditation und dass das dabei auftretende Kribbeln in den Armen ähnlich ist. Dabei muss ich aber nicht niesen. Sicherheitshalber dachte ich auch noch an das Mantra "Ra Ma Da Sa", dass gut für Heilkräfte ist. Niesanfälle gehören eher zu Krankheiten als zum Frieseur. Dann atmete ich tief fünf Sekunden lang ein, hielt entsprechend den Atem und atmete wieder lang aus. Es funktionierte! Einzig die Friseurin war irritiert.
Yoga kann herrlich banal sein.
Sat Nam
Heute war es anders. Ich legte meinen Nacken in das Waschbecken und konzentrierte mich nur auf meinen Atem. Ich dachte an die Herzöffner-Meditation und dass das dabei auftretende Kribbeln in den Armen ähnlich ist. Dabei muss ich aber nicht niesen. Sicherheitshalber dachte ich auch noch an das Mantra "Ra Ma Da Sa", dass gut für Heilkräfte ist. Niesanfälle gehören eher zu Krankheiten als zum Frieseur. Dann atmete ich tief fünf Sekunden lang ein, hielt entsprechend den Atem und atmete wieder lang aus. Es funktionierte! Einzig die Friseurin war irritiert.
Yoga kann herrlich banal sein.
Sat Nam
Donnerstag, 28. Oktober 2010
I am what I am
Heute hatten wir beim Yoga die I am - Meditation. Das Mudra bestand aus der linken Hand vor dem Herzen und der rechten Hand entspannt auf dem Knie. Erst fiel es mir schwer ruhig hintereinander I am - I am zu singen. Ich musste immer an Gloria Gaynor und ihren Hit in den 80er Jahren denken: I am what I am .... Irgendwann ging die Denkmaschine los: Ja, wer bin ich denn eigentlich? Frau, Mutter, Hinterräum-Frau, Geliebte, Konsumentin... Sant Subagh meinte, dass es darum geht, einfach nur zu sein, ohne Identifikationen und wie sich das anfühlt. Ich finde es fühlt sich sehr befreiend an, sich auf das Wesentliche zu reduzieren. Einfach nur sein, ohne Druck und Erwartungen.
In dieser Meditation geht es auch um die Idee, dass wir älter sind als unsere Körper, dass es eine unsterbliche Seele gibt. Das finde ich sehr tröstend, vor allem weil wir uns zurücklehnen und die Dinge so gut es geht meistern können. Wir haben Zeit. Wir brauchen nicht alles in nur einem Leben bewältigen.
Sat Nam
In dieser Meditation geht es auch um die Idee, dass wir älter sind als unsere Körper, dass es eine unsterbliche Seele gibt. Das finde ich sehr tröstend, vor allem weil wir uns zurücklehnen und die Dinge so gut es geht meistern können. Wir haben Zeit. Wir brauchen nicht alles in nur einem Leben bewältigen.
Sat Nam
Mittwoch, 27. Oktober 2010
Glücklich trotz Schule
Heute zeigte mir meine 6jährige ihre in der Schule gelösten und korrigierten Rechenaufgaben. Es war eine strahlende Sonne von der Lehrerin darunter gemalt und es stand "Super", aber auch achte auf die Spiegelzahlen darunter. Sie hatte ein paar Zahlen spiegelverkehrt geschrieben. Ich lobte sie für das tolle Ergebnis und freute mich für sie. Doch sie war enttäuscht. "Ich kann das alles gar nicht. Ich schreibe immer alles verkehrt herum." Ich atmete tief durch und versuchte den Fokus auf die vielen richtigen Aufgaben zu lenken. Sie verstand vom Kopf her, was ich meinte, aber sie fühlte es nicht wirklich. Ich erzählte ihr, dass es normal ist, dass man nicht gleich alles kann und dass man deshalb in die Schule geht um zu lernen, etc... Aber ich kam nicht wirklich zu ihr durch. Gemeinsam starrten wir auf das Blatt. Ich wartete und hoffte auf eine Eingebung. "Ich bin glücklich - Ich bin gut..." tauchte in mir auf und bahnte sich über meinen Mund den Weg nach draußen. Sie hörte mir zu, sie kennt das Mantra und plötzlich war es da, das Gefühl miteinander verbunden zu sein, zu fühlen, was wirklich gemeint ist. Ich sagte nichts mehr. Sie sagte: "O.K., Mama, aber dann musst Du meine neuen Hausaufgaben anschauen und mir sagen, wo ich Spiegelzahlen habe..." Sie hatte eine gesund Distanz zu ihrer Leistung bekommen. Ich möchte, dass mein Kind ein Selbstwertgefühl entwickelt was unabhängig von guter oder schlechter Leistung ist und mir ist klar geworden, wie sehr dieses Mantra dieses Gefühl ausdrückt.
Yoga ist so herrlich praktisch.
Sat Nam
Yoga ist so herrlich praktisch.
Sat Nam
Dienstag, 26. Oktober 2010
Nerven stärken
Heute Abend war ich bei Margit Schaller in Eichenau zum Yoga. Sie hat mit uns eine wunderbare aber auch anspruchsvolle Kryia für starke Nerven gemacht. Durch unsere Herzöffner-Hausaufgabe sind mir die Übungen leichter gefallen als sonst. Als es hieß "Und jetzt die Arme zur Seite heben..." dachte ich nur, ah ja, so etwas ähnliches kenne ich über 11 Minuten lang. Eigentlich egal, ob die Arme oben, vorne oder zur Seite sind, für die Nerven ist es jedes Mal eine Herausforderung. Ob ich allerdings nach dieser Übungsreihe morgen noch meine Arme über den Kopf bekomme ist fraglich.
Margit erzählte auch, dass geröstete Hirse den Blutzuckerspiegel ausgleicht und damit ebenfalls die Nerven stärkt. Vielleicht sollte ich vorsorglich morgen früh meine Arme mit Hirse einreiben....
Sat Nam
Margit erzählte auch, dass geröstete Hirse den Blutzuckerspiegel ausgleicht und damit ebenfalls die Nerven stärkt. Vielleicht sollte ich vorsorglich morgen früh meine Arme mit Hirse einreiben....
Sat Nam
Montag, 25. Oktober 2010
Raum haben
Heute war ich bei einer Kinderyogastunde zum Hospitieren. Es fand zu Hause stadt in einem schönen, aber nicht allzu großen Raum. Dennoch kamen 9 Kinder. Sie legten mit einer Begeisterung ihre Decken aneinander und freuten sich über die kuschelige Atmosphäre. Vom Erwachsenen-Yoga kenne ich einen ganz anderen Reflex. Mit der eigenen Matte wird eher ein Stück weg gerückt, wenn jemand anders dazu kommt. Bei Kindern ist das ganz anders. Auch wenn es Partnerübungen gibt, stürzen sie sich begeistert hinein und lachen herzhaft, wenn der gemeinsame Baum umkippt. Bei den "Großen" geht es viel zaghafter zu. Kinder haben ein ganz anderes Raumgefühl. Was nervig ist, wenn ihr ganzer Zimmerboden mit Playmobil und Steckperlen übersäht ist und sie staunend fragen: Wieso? Ist doch alles aufgeräumt. Aber bei den wichtigen Dingen im Leben, wo es um Zusammenhalt und Gemeinschaft geht, sind Kinder einfach unschlagbar.
Das direkte, unmittelbare und ehrliche Zusammensein beim Kinderyoga ist eine große Bereicherung und Herausforderung. Hurra und Oje!
Sat Nam
Das direkte, unmittelbare und ehrliche Zusammensein beim Kinderyoga ist eine große Bereicherung und Herausforderung. Hurra und Oje!
Sat Nam
Sonntag, 24. Oktober 2010
Mudra für das Ego
Letzte Woche bei der Gongmeditation hat der Gongschlagende Satya Singh erklärt, dass es sein kann, das wir während der Meditation Angst bekommen vor den Auswirkungen der Klangwellen. Tatsächlich ist es absolut ungefährlich, aber das Ego kann sich mit Sorgen melden. Oje, der Gong ist zu laut, meine Ohren könnten platzen oder mein Popo einen unkontrollierten Pups lassen. Um es zu besänftigen sollten wir es machen wie kleine Säuglinge: Den Daumen anwinkeln und in die Faust schieben. Ich hatte große Angst am Anfang des Gongklangs und nahm sofort vorsorglich das Mudra ein. Ich weiß nicht, ob es daran lag, aber meine Ängst wurden weniger und ich ließ irgendwann auch die Haltung los.
Heute hatte ich eine schöne Gelegenheit ein süßes knapp drei Monate altes Baby zu beobachten. Es lag auf dem Bauch, legte seine Daumen in seine Fäuste und stützte seinen Kopf mutig und stark nach oben. Ich war schwer beeindruckt. Vielleicht war es Zufall, vielleicht auch nicht. Allerdings muss ich zugeben, dass mir die Idee gefällt, durch ein einfaches Mudra Ängste einzudämmen. Ich werde nach weiteren Situationen Ausschau halten...
Sat Nam
Heute hatte ich eine schöne Gelegenheit ein süßes knapp drei Monate altes Baby zu beobachten. Es lag auf dem Bauch, legte seine Daumen in seine Fäuste und stützte seinen Kopf mutig und stark nach oben. Ich war schwer beeindruckt. Vielleicht war es Zufall, vielleicht auch nicht. Allerdings muss ich zugeben, dass mir die Idee gefällt, durch ein einfaches Mudra Ängste einzudämmen. Ich werde nach weiteren Situationen Ausschau halten...
Sat Nam
Samstag, 23. Oktober 2010
Dreieratmung und Lachen
Um so häufiger ich die Meditation zum Herz öffnen mache, umso stärker wird mir bewußt wie sehr der Atemrythmus für einen liebevollen Umgang mit sich und der Umwelt zusammenhängt. Egal, was um mich herum passiert, wenn ich es schaffe bewußt zu atmen, bleibe ich bei mir. Besonders diese Dreiphasen sind faszinierend. Nicht nur ein- und aus- sondern auch für kurze Zeit den Atem anhalten ist phänomenal. Nicht nur in stressigen Situationen. Auch in Glücksmomenten kann ich dadurch das Erleben leichter fühlen.
Gestern Abend saß ich mit Freunden zusammen. Kurz nachdem wir gerade alle herzhaft über etwas lachen mussten, konzentrierte ich mich auf die Dreieratmung und ich konnte diese wohlige Wärme intensiv fühlen, die entsteht, wenn in einer Gruppe durch das Lachen die Herzen aufgehen und kleine Lachtränen in die Augen steigen. Dieses Gefühl einer tiefen Verbindung miteinander ist einfach herrlich!
Sat Nam
Gestern Abend saß ich mit Freunden zusammen. Kurz nachdem wir gerade alle herzhaft über etwas lachen mussten, konzentrierte ich mich auf die Dreieratmung und ich konnte diese wohlige Wärme intensiv fühlen, die entsteht, wenn in einer Gruppe durch das Lachen die Herzen aufgehen und kleine Lachtränen in die Augen steigen. Dieses Gefühl einer tiefen Verbindung miteinander ist einfach herrlich!
Sat Nam
Freitag, 22. Oktober 2010
Gongmeditation und Tod
Gestern war ich beim Yoga (sehr schöne Kryia mit Sant Subagh Kaur!) mit anschließender Gongmeditation in Gröbenzell. Es war für mich das erste Mal und eine sehr beeindruckende Erfahrung. Es war so wahnsinnig intensiv und ich bin danach auf einer großen Wolke mit fester Bindung zum Boden nach Hause geschwebt. Satya Singh hat den Gong wundervoll geschlagen und uns erklärt, dass die Klangwellen ein Gefühl erzeugen, dass wir von unserer Zeit im Mutterleib kennen. Die totale Geborgenheit. Er erzählte auch, dass wir eine starke Sehnsucht in uns tragen, in dieses Gefühl zurückzukommen. Deshalb buchen wir Wellnessurlaube, Massagen und legen uns in Salzwasserbecken. Ich musste dabei an Christine Nirankar Kaur denken, die mir am letzten Wochenende erklärt hat, dass es eine Todessehnsucht in uns gibt. Und ich spürte nun, was sie damit meinte. Das ist auch ein Zurückkommen zum Ursprung. Ich plädiere damit nicht für Selbstmord. Nein, ich bin der Meinung, man sollte das Leben ausquetschen wie eine Zitrone und es so intensiv leben, wie es geht. Aber es tröstet mich und nimmt mir die Angst vor dem Tod bei mir und bei meinen Angehörigen.
"Zufällig" hatten wir heute beim Mittagessen das Thema. Meine 6jährige meinte: "Also, Mama, wenn wir Kind sind, dann werden wir Erwachsen." - "Mhm." - "Und wenn wir Erwachsen sind, dann werden wir alte Leute." - "Mhm." - "Und dann sterben wir." Darauf empörte sich die 3jährige: "Nein, ich will nicht, dass Ihr sterbt!" - "Aber das ist so", erklärt die Schwester. "Nein, das will ich nicht. Das hat die Polizei verbietet!" Wir lesen im Moment ein Buch mit Engelgeschichten. Daran erinnerte sich die Große: "Aber es ist nicht schlimm. Du fliegst dann zurück zum großen Atem. Dann kannst Du Dir überlegen, ob Du vielleicht ein Schutzengel wirst und gehst in die Engelschule." Das beruhigte die Kleine. Ich lehnte mich zurück und war fasziniert, wie Kinder mit diesem Thema umgehen. Da kann ich noch eine Menge lernen...
Sat Nam
"Zufällig" hatten wir heute beim Mittagessen das Thema. Meine 6jährige meinte: "Also, Mama, wenn wir Kind sind, dann werden wir Erwachsen." - "Mhm." - "Und wenn wir Erwachsen sind, dann werden wir alte Leute." - "Mhm." - "Und dann sterben wir." Darauf empörte sich die 3jährige: "Nein, ich will nicht, dass Ihr sterbt!" - "Aber das ist so", erklärt die Schwester. "Nein, das will ich nicht. Das hat die Polizei verbietet!" Wir lesen im Moment ein Buch mit Engelgeschichten. Daran erinnerte sich die Große: "Aber es ist nicht schlimm. Du fliegst dann zurück zum großen Atem. Dann kannst Du Dir überlegen, ob Du vielleicht ein Schutzengel wirst und gehst in die Engelschule." Das beruhigte die Kleine. Ich lehnte mich zurück und war fasziniert, wie Kinder mit diesem Thema umgehen. Da kann ich noch eine Menge lernen...
Sat Nam
Donnerstag, 21. Oktober 2010
Zeitdruck
Heute Morgen war ich bei der Meditation später dran als sonst. Obwohl ich wußte, wie lange sie dauert und alles noch im Rahmen ist, ich also noch alles schaffen kann (Kinder rechtzeitig wecken, Frühstück machen, Brotboxen füllen, etc.), ging ich schon mit einer gewissen Gereiztheit hinein. Ich war ärgerlich auf mich selbst, weil ich so spät dran war. Ich war sogar etwas früher als sonst aufgestanden, hatte mich aber vertrödelt. Während der Meditation ist mir bewußt geworden, dass ich das häufiger mache. Ich habe Luft, also eigentlich genug Zeit, doch anstand es zu genießen, mache ich noch schnell etwas anderes. Den Puffer sinnvoll und effektiv nutzen. Dabei verliere ich schnell meine Mitte und gerate in den Strudel von "und das könnte jetzt auch noch schnell machen". Ich verfluchte wieder einmal den Timer. Warum er denn nicht schneller gehen könnte, ich habe schließlich nicht mehr soviel Zeit!
Das Ergebnis ist ein Druck im innen, der sich nach außen in Hektik und Befehlstönen gegenüber den Kindern entlädt. Und genau dann kippe ich das Müsli neben die Schüssel, suche ewig den Haustürschlüssel, finde meinen Schal nicht und verflixt, warum sind die Kinder noch nicht angezogen? Meine Kleine trat die Notbremse und versteckte sich in der Garberobe. Aaaaaaa!
Es geht: Ich kann Yoga machen, meditieren und trotzdem total in Streß geraten. Funktioniert auch. Sogar richtig gut.
Sat Nam
Das Ergebnis ist ein Druck im innen, der sich nach außen in Hektik und Befehlstönen gegenüber den Kindern entlädt. Und genau dann kippe ich das Müsli neben die Schüssel, suche ewig den Haustürschlüssel, finde meinen Schal nicht und verflixt, warum sind die Kinder noch nicht angezogen? Meine Kleine trat die Notbremse und versteckte sich in der Garberobe. Aaaaaaa!
Es geht: Ich kann Yoga machen, meditieren und trotzdem total in Streß geraten. Funktioniert auch. Sogar richtig gut.
Sat Nam
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Unvollkommenheit
Heute Morgen bei der Meditation dachte ich, wie furchtbar unvollkommen doch alles ist. Wut stieg wieder in mir auf. Egal was ich mache, immer gibt es etwas zu verbessern. Beispielsweise kann ich unendlich Saubermachen. Ich kann immer etwas finden, was noch nicht "richtig" sauber ist. Genauso ist es mit Aufräumen. Ich kann die Perfektion anstreben, aber ich werde sie niemals finden. In den Augen der Kinder ist das alles ganz anders. Wenn ich meiner Großen sage, sie soll doch bitte ihr Zimmer aufräumen, schaut sie mich fragend an. Nur wenn ich ihr sage, räume Dein Spielzeug zurück, sammle die Papierschnippsel auf, lege die Bücher ins Regal, weiß sie, was zu tun ist. Für sie ist es immer vollkommen, egal ob es aufgeräumt ist oder nicht. Wie weise.
Später war ich in der Sauna und sah all die vollkommenen bzw. unperfekten Körper. Je nachdem welche Perspektive ich einnehme. Es kommt darauf an, welche festen Bilder ich im Kopf habe, wie etwas zu sein hat. Ich schloß beim Entspannen auf der Liege die Augen und dachte an das Gefühl in der Meditation. Eine Frage tauchte auf: Was ist, wenn alles gut ist? Was ist, wenn alles genauso gut ist, wie es jetzt gerade ist?
Oje, dann kann ich mich ja völlig entspannen und glücklich sein.
Sat Nam
Später war ich in der Sauna und sah all die vollkommenen bzw. unperfekten Körper. Je nachdem welche Perspektive ich einnehme. Es kommt darauf an, welche festen Bilder ich im Kopf habe, wie etwas zu sein hat. Ich schloß beim Entspannen auf der Liege die Augen und dachte an das Gefühl in der Meditation. Eine Frage tauchte auf: Was ist, wenn alles gut ist? Was ist, wenn alles genauso gut ist, wie es jetzt gerade ist?
Oje, dann kann ich mich ja völlig entspannen und glücklich sein.
Sat Nam
Dienstag, 19. Oktober 2010
Entschlossenheit durch Herzöffner
Heute Morgen gab es eine ganz andere Wirkung von der Meditation. Keine Tränen, weniger Schmerzen und die Zeit verstrich schneller. Eine kleine Wut stieg auf und verwandelte sich in eine konzentrierte Kraft. Ich fühlte mich auf einmal sehr entschlossen den Tag anzugehen. Ich war im Umgang mit den Kindern viel klarer und konsequenter. Die Kleine wollte nicht aufstehen und meckerte und nörgelte an allem herum, was ich ihr anbot. Ich blieb ruhig und erklärte ihr, dass sie keine Zeit mehr hat zum Frühstück, wenn sie nicht bald aufsteht. Und genau das setzte ich auch um. Sie ging ohne Frühstück und ich bin gespannt, wie es morgen früh sein wird. Ich fühlte mich gut weil ich konsequent und klar war. Sonst zeterte oder schimpfte ich verzweifelt in solchen Situationen, aber heute handelte ich klar und blieb dabei liebevoll.
Sat Nam
Sat Nam
Montag, 18. Oktober 2010
Hausaufgabe: Herzöffner
Heute Morgen habe ich die Meditationshausaufgabe durchlebt. Den rechten Arm über den Kopf halten und den linken am Körper anwinkeln ist für eine kurze Zeit leicht. Aber 11 Minuten! Als ich die 11 in den Timer eingab, schüttelte ich mit den Kopf. Das ist unmöglich. Ich kam mir vor wie ein zweifelnder Matrose bei Columbus an Bord. Aber einfach abspringen ging nicht mehr. Mein rechter Arm begann irgendwann an zu "brennen". Ich wollte aufhören, doch dann hörte ich Sahibs Stimme vom Ausbildungswochenende: "Deine Muskeln schaffen das locker, es sind nur Deine Nerven und Dein Verstand." Ich versuchte mich auf den Atemrhytmus zu konzentrieren. 5 Sekunden einatmen - 5 Sekunden halten - 5 Sekunden ausatmen. Es wurde besser. Aber dann war der Schmerz wieder da. Ich lauschte der CD mit dem Mantra "Gobinde - Mukande - Udare - Apare..." Es wurde besser für eine Weile. Als der Schmerz zurückkam ging es los. Mir liefen die Tränen über die Wangen. In mir tauchten Bilder und Sätze auf, die meinem Leben neuen Sinn gaben. Ach so, das ist das. Ach so, deshalb ist das.... Ich fand es magisch, dass durch die Tränen irgendwann der Schmerz im Arm weniger wurde. Wie eine Heilung fühlte es sich an. Langsam begreife ich, was es heißt sich seinen Ängsten zu stellen und sein Herz zu öffnen. Und das alles in nur 11 Minuten. Effektiver geht es nicht.
Mal sehen, was morgen passiert. Vielleicht bekomme ich einen Lachanfall ... (oder vielleicht brülle ich bis die Nachbarn an der Tür klingeln - "Tschuldigung, ich meditiere nur." ...)
Sat Nam
Mal sehen, was morgen passiert. Vielleicht bekomme ich einen Lachanfall ... (oder vielleicht brülle ich bis die Nachbarn an der Tür klingeln - "Tschuldigung, ich meditiere nur." ...)
Sat Nam
Sonntag, 17. Oktober 2010
Wir sind wundervoll
Wau - Wir haben uns gestellt, sind hinab getaucht in ein unbekanntes Meer, waren im Tal der Gefühle und im Gebirge. Eine tiefe Reise haben wir gemeinsam gemeistert. Ich bin sehr stolz auf uns!
Und ich bin angenehm erschöpft und satt. Und ich gebe zu: Ich habe heute keine Lust mehr irgendein Mantra zu hören.... Jetzt heißt es verdauen. Mal sehen, was dabei herauskommt ;-)
Ich fühle mich sehr mit Euch verbunden und sage:
Danke für den Mut
Danke für die Offenheit
Danke für das Verständnis
Danke für die Herzlichkeit
Danke für den Humor
Danke für das Mitgefühl
Danke dass wir so wunderbar sind, wie wir sind
....
Sat Nam
Und ich bin angenehm erschöpft und satt. Und ich gebe zu: Ich habe heute keine Lust mehr irgendein Mantra zu hören.... Jetzt heißt es verdauen. Mal sehen, was dabei herauskommt ;-)
Ich fühle mich sehr mit Euch verbunden und sage:
Danke für den Mut
Danke für die Offenheit
Danke für das Verständnis
Danke für die Herzlichkeit
Danke für den Humor
Danke für das Mitgefühl
Danke dass wir so wunderbar sind, wie wir sind
....
Sat Nam
Samstag, 16. Oktober 2010
Puddingmatsch und Tonfiguren
Heute früh war ich ziemlich genervt. Ich vertrötelte Zeit beim Mandelöl in die Haut reiben. (Bei der kalten Dusche passiert mir das komischer Weise nicht ;-)). In meiner persönlichen Kryia vergaß ich erst eine Übung und programmierte den Timer falsch. Ich verkrampfte mich zunehmens und war fest gefangen vom Teufel, der Perfektionismus heißt. Immerhin dachte ich daran den am Vortag liebevoll (ich rührte singend ein Mantra ein) gekochten ayurwedischen Pudding einzupacken. Aber ich war in Eile und war schon spät dran. Ich achtete nicht auf einen festen Sitzplatz für ihn. Als ich Dayajot abholte, war mir warm vor Aufregung und Wut über den verkrampften Start in den Morgen. Es geht zum Yoga, wo bleibt die Gelassenheit? Sie war einfach nicht zu finden. Wahrscheinlich saß sie auf der Rücksitzbank und wartete sehnsüchtig auf eine Gelegenheit. Keine Chance. Ich sah sie nicht. Ich riss für Dayajots Sachen den Kofferraum auf und schmiss genervt meine Jacke hinein. Dabei musste die Puddingschale in Schieflage geraten sein. Wahrscheinlich hatte die Gelassenheit genug von der Warterei und half etwas nach. Wenns hektisch wird, müssen Malheure her.
Leider konnte ich die Sauerei im Kofferaum nicht sofort beseitigen, weil sich die Yogalehrerinnen verfahren hatten und zu spät kamen. Die Tür war zu. Wir mussten warten und ich konnte die Pampe von Jacke, Korb, Decke und Boden nicht sofort reinigen. Ich musste warten und in diesem unperfekten Zustand ausharren. Har! Har! Har! Endlich öffnete sich mein Herz und ich konnte den Humor in allem erkennen. Es war herrlich mit Euch im Flur zu warten und Witze über diese Situation zu machen.
Mir hat das später beim Modellieren der Tonfiguren mit den verbunden Augen sehr geholfen. Ich konnte mich viel schneller als sonst unabhängig von Perfektion machen. Einfach machen und lachen, egal was dabei herauskommt. Und weil wir eine freie Atmosphäre in der Gruppe hatten (und haben), die das möglich macht.
Ich freue mich schon auf Euch!
Bis gleich...
Sat Nam
Freitag, 15. Oktober 2010
Countdown läuft
Nur noch ein paar Stunden Schlaf und wir sehen uns wieder zur Kinderyogaausbildung! Ich freue mich sehr, bin auch ein bisschen aufgeregt und bin in der letzten Stunde umhergewirbelt um die Sachen zu packen. Habe ich an alles gedacht? Im Strudel des Nichts-vergessen-wollen bin ich so hektisch geworden, dass ich dreimal nachgeschaut habe, ob ich denn xy auch wirklich eingesteckt habe. Verrückt, würde ich die Dinge ganz in Ruhe vielleicht sogar in meditativer Haltung einpacken, wäre ich viel schneller fertig gewesen. Das weiß ich, aber die Macht der alten Gewohnheit holt mich immer wieder ein. Immerhin habe ich mich zwischendurch für eine kurze Weile auf mein drittes Auge konzentrieren können und einfach Schritt für Schritt die Utensilien gegriffen, die mir gerade in den Sinn kamen. Das funktioniert prima. Mir fiel dabei immer die Stimme von Yogi Bhajan ein: WAKE UP - WAKE UP - WAKE UP Einfach nur bewußt sein....Vielleicht kann ich beim nächsten Wochenende die Packzeit länger bewußt gestalten.
Sat Nam
Sat Nam
Donnerstag, 14. Oktober 2010
Neutrale Milch
Heute haben wir eine Übungsreihe zum neutralen Mind genoßen. Es war herrlich zu spüren, wie sehr die neutrale Haltung mit Mitgefühl verbunden ist. Nicht nur mit anderen Menschen sondern auch mit sich selbst. Kurz nach der Kryia ist mir am Herd ein Topf mit Milch übergekocht. Obwohl ich in Reichweite war, war ich gerade abgelenkt. Ich wollte die Zeit in der die Milch warm wird optimal nutzen. Geschirrspüler ausräumen und den Tisch für das Mittagessen decken. Und wenn ich die Kleine vom Kindergarten hole, sollte der Milchreis vor sich hinquellen und wenn wir zurück sind, hätte das Essen schon auf uns gewartet.... Pustekuchen. Die Herdplatte qualmte munter vor sich hin, der Rest schwamm im weißen Meer. Nach einem reflexartigen Scheibenkleister-Ruf, ging ich in die neutrale Zone und wartete ab. Ein einziger Satz tauchte auf: Genauso ist das, wenn die Milch überkocht. Und mein Gefühl erklärte: So fühlt es sich an, wenn ich unperfekt bin, fehlerhaft und chaotisch. Der negative Mind sagte: Tausend Dinge gleichzeitig tun ist einfach nicht gut. Doch der positive Mind meinte nur: Einem Jongleuer mit 5 Bällen fällt auch mal einer runter.
Ich bin glücklich - Ich bin gut....
Sat Nam
Ich bin glücklich - Ich bin gut....
Sat Nam
Mittwoch, 13. Oktober 2010
Weniger Schwung
Heute fiel es mir schwer mich zu motivieren. Ich habe zwar meine Yogareihe und die Meditation durchgezogen, aber mit weniger Elan als sonst. Ich habe sehr viel zwischendurch auf den Timer geschaut und mich nicht so gut konzentrieren können. Mit den Gedanken war ich oft woanders, verlor mich in Grübelein über irgendwelche organisatorische Dinge in der Zukunft (wann soll die Babysitterin nächste Woche kommen, welches Essen bringe ich für das kommende Wochenende mit, finde ich am Freitag die Zeit es vorzubereiten, etc.) und war irgendwie genervt.
Ich habe auch den ganzen Tag über nicht so wirklich einen Weg aus dieser Stimmung herausgefunden, ein bisschen verloren und allein. Es wird Zeit wieder Yoga in der Gruppe ein ganzes Wochenende zu erfahren. Gott sei Dank sind es nur noch zwei Tage.
Sat Nam
Ich habe auch den ganzen Tag über nicht so wirklich einen Weg aus dieser Stimmung herausgefunden, ein bisschen verloren und allein. Es wird Zeit wieder Yoga in der Gruppe ein ganzes Wochenende zu erfahren. Gott sei Dank sind es nur noch zwei Tage.
Sat Nam
Dienstag, 12. Oktober 2010
SaTa Na Ma - Schnief
Manchmal überfällt mich das Gefühl, dass vielleicht doch nicht alles gut ist bzw. gut wird. Sorgen, Ängste und Zweifel überfallen mich. In dem Buch zur Kinderyogaausbildung im Kapitel Atemtechniken stieß ich auf die Schnüffel-Atmung, die einem in solchen Situationen helfen kann. Vier Atemzüge nacheinander durch die Nase einatmen wie ein Hund, der etwas beschnüffelt, und dabei an Sa - Ta - Na - Ma - Mantra denken, dann mit einem Zug ausschniefen, also durch die Nase ausatmen. Auch wenn ich im ersten Moment an den Film Pulp Fiction denken musste, wo die Schauspieler ständig Koks schniefen, hat es mir tatsächlich geholfen. Meine Nerven beruhigten sich und ich wurde zuversichtlicher. Ganz ohne Nebenwirkungen.
Wenn ich das nächste Mal beim Zahnarzt bin, werde ich das vielleicht auch anwenden. Und wenn der Zahnarzt etwas fragwürdig schaut, werde ich ihm die Hundeatmung vorstellen. Vielleicht macht er dann mit und die Behandlung wird ganz entspannt. Nur wenn dann die Zahnarzthelferin dann hinein kommt und glaubt, sie sei vielleicht in einem Geburtsvorbereitungkurs gelandet, kann es komplizierter werden. Ach, nein: Sa - Ta - Na - Ma. Alles ist gut. Außerdem bin ich doch glücklich und gut.
Sat Nam
Wenn ich das nächste Mal beim Zahnarzt bin, werde ich das vielleicht auch anwenden. Und wenn der Zahnarzt etwas fragwürdig schaut, werde ich ihm die Hundeatmung vorstellen. Vielleicht macht er dann mit und die Behandlung wird ganz entspannt. Nur wenn dann die Zahnarzthelferin dann hinein kommt und glaubt, sie sei vielleicht in einem Geburtsvorbereitungkurs gelandet, kann es komplizierter werden. Ach, nein: Sa - Ta - Na - Ma. Alles ist gut. Außerdem bin ich doch glücklich und gut.
Sat Nam
Montag, 11. Oktober 2010
Die Kraft in uns
Nur noch ein paar Tage, dann beginnt das zweite Ausbildungswochenende für die Kinderyogaausbildung. Und immer noch schmettere ich den Happy Rapper. Heute Morgen dachte ich, wie es wohl sein wird, wenn wir diesen Samstag gemeinsam das Mantra singen. Ob es anders sein wird als beim letzten Wochenende, ob wir uns verändert haben? Vielleicht mehr Lachfalten?
Gestern Abend habe ich mit meinem Mann darüber gesprochen, dass wir uns am kommenden Wochenende weniger sehen werden. Und ich dachte an die vielen kleinen "Opfer", die jede Teilnehmerin bringt. Die weite Anreise, die Trennung von der Familie, der Verzicht auf ein anderes Hobby oder ein Treffen mit Freunden, .... Was wir doch für eine Kraft in uns haben, dass wir das alles in Kauf nehmen. Einfach weil wir fühlen, dass es wichtig und gut für uns ist. Und damit auch gut für alle anderen. Doch merke ich, dass das Kümmern um die eigenen Belange kein Automatismus ist. Wie schon Inka Ram Nam Kaur bei einer anstrengenden Kryia sagte: "Ihr tut es für Euch!" Es ist scheinbar leichter etwas für andere zu tun. Wenn wir keine Lust mehr haben, können wir sagen, so und nun machst Du es alleine. Doch bei uns selbst müssen wir Verantwortung übernehmen.
Das mache ich jetzt auch gleich und gehe früh ins Bett.
Sat Nam
Gestern Abend habe ich mit meinem Mann darüber gesprochen, dass wir uns am kommenden Wochenende weniger sehen werden. Und ich dachte an die vielen kleinen "Opfer", die jede Teilnehmerin bringt. Die weite Anreise, die Trennung von der Familie, der Verzicht auf ein anderes Hobby oder ein Treffen mit Freunden, .... Was wir doch für eine Kraft in uns haben, dass wir das alles in Kauf nehmen. Einfach weil wir fühlen, dass es wichtig und gut für uns ist. Und damit auch gut für alle anderen. Doch merke ich, dass das Kümmern um die eigenen Belange kein Automatismus ist. Wie schon Inka Ram Nam Kaur bei einer anstrengenden Kryia sagte: "Ihr tut es für Euch!" Es ist scheinbar leichter etwas für andere zu tun. Wenn wir keine Lust mehr haben, können wir sagen, so und nun machst Du es alleine. Doch bei uns selbst müssen wir Verantwortung übernehmen.
Das mache ich jetzt auch gleich und gehe früh ins Bett.
Sat Nam
Sonntag, 10. Oktober 2010
Yoga im Partykeller
Gestern war ich auf einer schönen Geburtstagsfeier eingeladen. Da ich erst seit einem halben Jahr ganz auf Fleisch und Alkohol verzichte, war dies erst meine zweite größere Feier ohne alte Gewohnheiten. Früher hatte ich mich gerne erst an die Theke gestellt und ein oder zwei Gläser Sekt zum "Einstimmen" genoßen. Anfangs kam ich mir etwas verloren vor. Zwei Räume mit Menschen von denen ich einen kleinen Teil kannte. Dieses Gefühl konnte ich diesmal nicht mit einem Schluck betäuben. Ich lies meinen Blick schweifen und sah mir die Gäste genauer an. Mein erstes Interesse galt den Frauen und ihrer Kleidung. War ich doch vorher unsicher gewesen, was ich anziehen wollte. Nicht zu over- oder gar underdressed war mein Ziel gewesen. Ich sah zunächst natürlich nur, dass fast alle Frauen wesentlich hübscher und natürlich VIEL schlanker waren als ich. Automatisch zog ich meinen plötzlich als Öltank empfundenen Bauch reflexartig ein und zubbelte an meiner ehemals luftigen Tunika, die auf magische Art und Weise plötzlich an meinem Körper klebte. Eine Frau erkannte mich und plauderte mit mir. Es fiel mir schwer locker leicht zu reden in meinem Korsett. Mit einem Sekt im Blut wäre es einfacher. Ich ging zur Toilette und begutachtete mich im Spiegel. Tatsächlich ich war in 5 Minuten zu zwei Öltanks angeschwollen! Ich spritzte mir Wasser ins Gesicht und schüttelte meinen Kopf. Aufwachen! Endlich fing ich wieder an tiefer zu atmen. Ich bin doch glücklich und gut. Verflixt noch mal. Wo ist Deine Würde, wo ist Deine Anmut? Du bist doch eine tolle Frau. So wie es alle Frauen sind, jede auf ihre Art unverwechselbar und voller Kraft. Es ging besser. Ich ging zurück und genoß immer mehr die Feier. Ich musste mich zwar selbst immer wieder an das tiefe Atmen erinneren und quetschte mich zwischendurch wieder ins Korsett, aber es wurde besser. Das gemeinschaftliche Gefühl besonders beim Tanzen gefiel mir. Gerade das einzelne Tanzen im Kreis von Frauen hat etwas magisches. Es hat etwas von "Hexen" die ums Feuer tanzen um ihre Kraft zu spüren. Ich erinnerte mich an den Shakti-Dance (Kundalini-Yoga-Tanz) im Womenscamp und dachte: Super, wenn ich will kann ich das auch hier spüren.
Sat Nam
Sat Nam
Samstag, 9. Oktober 2010
Yoga beim Bäcker
Heute Morgen traf ich beim Bäcker einen Mann, der mir ausführlich die Weltlage erklärte. Das alles ganz schrecklich heutzutage ist, dass es früher diese Dinge nicht gab. Dass die Politiker an allem Schuld sind und keine Ahnung haben. Mein erstes Gefühl ist totales Unwohlsein. Er hält einen Monolog und sucht einen Empfänger. Ich stand in der Warteschlange. Ich konnte nicht weg, wäre aber am liebsten geflüchtet. Er suchte den Augenkontakt zu mir. Sein Blick war durchdringend. Er fixierte mich. Es hatte etwas zwanghaftes. Anfänglich habe ich seinen Worten gelauscht, suchte nach Logikfehlern und wollte ihm sagen, dass er Unrecht hat. Doch aus Erfahrung weiß ich, dass das keine Lösung ist. Im Schlimmsten Falle droht eine heftige Diskussion, wo sich sein Ärger dann an mir entlädt. Ich drehte meine Gedankenherdplatte auf niedrigste Stufe und konzentrierte mich auf meinen Atem und mein Fühlen. Seine Sätze ließ ich nicht mehr durch meinen Verstand laufen. Ich versuchte nur zu fühlen. Ich merkte, dass es ihm schlecht geht. Mitfühlend schaute ich ihn an. Er wurde etwas ruhiger, redete aber pausenlos weiter. Ohnmacht stieg in mir auf. Ich wußte überhaupt nicht, wie ich ihm helfen kann. Meine Herdplatte sprang wieder an. Was ist ihm wohl zugestoßen, dass er so verbittert ist? Was hat er für Krankheiten? Hat er Familie? Ist er allein? Was kann ich bloß sagen um ihn zu beruhigen? Nichts. Ich spürte ganz klar, dass ich ihm aktiv nicht helfen kann. Das fand ich sehr unangenehm. Machtlosigkeit. Aber er fordert mich doch! Ich muss ihm helfen. Jetzt. Sofort. Der soll aufhören damit. Das tut ihm nicht gut, was er da macht. Er redete wieder lauter. Ich war verzweifelt. Plötzlich hörte ich wieder das "ich bin glücklich" - Mantra. Ich entspannte mich, wurde ruhiger und gelassener. Ich bekam mehr Abstand. Meine Schultern lockerten sich wieder. Nur meine Pobacken waren noch angespannt. Hätte mir in dem Moment jemand da hineinkneifen wollen, wäre er auf Beton gestoßen. Langsam konnte ich auch diese Muskeln lösen. Ich stellte mir vor, dass ich von einer weißen Lichtkugel umhüllt bin. Und schickte leuchtende Strahlen zu ihm. Er wurde tatsächlich ruhiger und redete weniger, wurde sogar etwas schweigsam. Vielleicht lag es daran, dass ich ihm für einen Moment vorleben konnte, dass egal, was um einen herum passiert, man ruhig bleiben kann. Vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall war die Stimmung besser. "Einmal zwei entspannte Semmeln bitte!"
Bestimmt kennt Ihr solche Situationen auch. Wo und wann? Was habt Ihr dabei erlebt?
Sat Nam
Freitag, 8. Oktober 2010
Energie gesucht und gefunden
Heute hatte ich einen Tiefpunkt. Ich fühlte mich trotz morgendlicher Kryia und "ich bin glücklich" - Meditation kraft- und lustlos. Ich war irgendwie genervt, reizbar und launisch. In meinem Leben vor Yoga hätte ich mich hingesetzt und analysiert, was denn jetzt los sei und vor allem warum ich mich jetzt so fühle. Warum ich mich den Tag davor besser gefühlt habe, wann es genau angefangen hat, was zu dem Zeitpunkt genau los war und vor allem wen oder was ich die Schuld geben kann. Diese Art schafft Ablenkung, Beschäftigung und ist Jogging für die Gehirnzellen. Ich will aber etwas anderes. Wieder in die Mitte kommen, zufriedener und gelassener sein. Ein Energiebad wollte ich nehmen. Aber wie? Auf dem Sessel nahm ich ein paar tiefe Atemzüge und wartete ab, was passiert. Ich starrte eine kurze Weile vor mich hin. Ein Wort drang zu mir durch: Wassermannzeitalter. Stimmt, da war doch was. Im Juli hatten wir bei einem Yoga-Grundlagenkurs die Sat Siri - Meditation, die Yogis in aller Welt täglich bis zum November 2011 machen. Im Internet lud ich mir die Version und spielte sie auf der Stereoanlage laut ab. Und da war sie: Die Energiedusche, die ich gebraucht hatte. Die Kinder kamen dazu und freuten sich. Nach den elf Minuten ging es mir viel besser. Die Große fragte: "Mama, das ist aber eine tolle Musik. Weißt Du, damit hab' ich alles was traurig ist, also das mit Papa, das hab' ich ganz vergessen." Ich nahm sie in die Arme und war ganz gerührt von ihrer Klarheit. Wir sind dann in den Garten und haben mit großer Freude Laub zusammen gekehrt.
Danke Dayajot Kaur für Deinen Kommentar. Das ist beeindruckend, dass Dein Sohn sofort mitgemacht hat. Gemeinsam macht es noch viel mehr Spaß und der Tag startet richtig gut. (Ich drücke die Daumen für Euren Hausverkauf!)
Sat Nam.
Danke Dayajot Kaur für Deinen Kommentar. Das ist beeindruckend, dass Dein Sohn sofort mitgemacht hat. Gemeinsam macht es noch viel mehr Spaß und der Tag startet richtig gut. (Ich drücke die Daumen für Euren Hausverkauf!)
Sat Nam.
Donnerstag, 7. Oktober 2010
Womens Camp und Nabel Kryia
Heute war ich zum Yoga bei Sant Subagh Kaur in Germering. Sie hat mit uns die Nabel Kryia gemacht und mir ist plötzlich bewußt geworden, wieviel Kraft nicht nur in dieser Übungsreihe für die Bauchmuskeln stecken sondern auch in dem Mantra "Ich bin glücklich - Ich bin gut". Seit knapp zwei Wochen kombiniere ich die Kryia mit dem Mantra täglich und wundere mich, warum ich die letzten Tage, die ich allein mit den Kindern war, so gut gemeistert habe. Der Brüllfaktor ist erheblich gesunken. Wenn die Kinder mich stark fordern ("Mama, Du bist die blödeste Mama der Welt" oder die Kleine sich wütend auf den Boden wirft, weil der gerade online bestellte Schlafanzug noch nicht in ihrem Schrank liegt) brülle ich nicht mehr sofort los, sondern finde die Kraft bei mir zu bleiben und den Humor nicht zu verlieren.
Was mir auch hilft, sind die Nachwirkungen vom Womens Camp. Es hat die Kinder und mich auf eine Art zusammengebracht, die alles leichter macht. Ich fühle mich seitdem viel stärker mit ihnen verbunden. Spüre mehr, was wirklich in ihnen vorgeht und habe den Eindruck, dass es ihnen mir gegenüber auch so geht. Durch das Glücklich-Mantra stelle ich die Verbindung immer wieder aktiv her. Denn Kinder leben das glücklich-sein viel stärker und zeigen es ununterbrochen. Und wenn sie in einer Sackgasse stecken (z.B. bei einem Wutanfall) komme ich durch das Singen des Mantras (still in mir) wieder zu ihnen durch und die Situation löst sich viel schneller auf als sonst.
Ich bin immer wieder fasziniert, dass es wirklich funktioniert.
Was mir auch hilft, sind die Nachwirkungen vom Womens Camp. Es hat die Kinder und mich auf eine Art zusammengebracht, die alles leichter macht. Ich fühle mich seitdem viel stärker mit ihnen verbunden. Spüre mehr, was wirklich in ihnen vorgeht und habe den Eindruck, dass es ihnen mir gegenüber auch so geht. Durch das Glücklich-Mantra stelle ich die Verbindung immer wieder aktiv her. Denn Kinder leben das glücklich-sein viel stärker und zeigen es ununterbrochen. Und wenn sie in einer Sackgasse stecken (z.B. bei einem Wutanfall) komme ich durch das Singen des Mantras (still in mir) wieder zu ihnen durch und die Situation löst sich viel schneller auf als sonst.
Ich bin immer wieder fasziniert, dass es wirklich funktioniert.
Mittwoch, 6. Oktober 2010
Bittere Schokolade
Heute habe ich einen erschreckenden Artikel über die Kakaoernte in Afrika gelesen. Ein Journalist hat sich über die Fairtrade-Produkte in europäischen Supermärkten gewundert und gefragt, was denn mit den anderen sei. Das Ergebnis ist ein Dokumentarfilm, der heute abend in der ARD (23.30 Uhr, Titel: Schmutzige Schokolade von Miki Mistrati) gezeigt wird. Er fand überall Kinder, die wie Sklaven auf den Plantagen arbeiten müssen. Sie sind gekidnappt oder verarmten Familien "abgekauft" worden. Manche Kinder haben Verletzugen von der schweren Arbeit mit den Macheten, anderen setzen die eingesetzten Pestizide zu. Ich dachte nur, wie krank das ist. Hier wird für unsere Kinder die Billigschokolade in Weihnachtsglanzpapier gehüllt und da unten werden andere Kinder dafür gequält. Das Mantra "Ich bin glücklich - Ich bin gut" hilft mir, mich da nicht hineinzusteigern oder mich darin zu verlieren. Das Mitgefühl bleibt und ich habe mich entschieden. Es gibt ab jetzt nur noch Fairtrade-Schokolade bei uns zu Hause. Die Macht des Verbrauchers zu nutzen ist auf jeden Fall eine Möglichkeit.
Dienstag, 5. Oktober 2010
Keine Zeit
An unserer Wohnzimmerwand hängt eine Strandlandschaft mit eigenen aufgeklebten Muscheln. Sie sind für mich ein Symbol für das tägliche Auf und Ab. Sie bleiben manchmal einfach nur in der Sonne liegen. Dann werden sie wieder vom Wasser davon gespült, treten eine Reise ins Ungewisse an, tauchen ab und wieder auf. Leider fehlte mir heute zwischendurch diese Leichtigkeit des Lebens. Zwar ist es gut, wie es jetzt ist. Mein Mann hat Freude in seinem Job, ich finde durch Yoga Kraft und Vertrauen, lache mit den Kindern. Doch gleichzeitig dreht es sich in meinem Kopf. Wie wird es langfristig sein? Werden wir umziehen? Wann wird das sein? Wie wird das sein? Diese Fragen sind verständlich. Doch ich muss aufpassen, dass sie nicht ein Eigenleben entwickeln. Wie in der Meditation. Den Gedanken akzeptieren und weiterziehen lassen. Das gelingt mir natürlich nicht immer. Irgendetwas packt mich, nimmt den Gedanken und analysiert ihn auf Teufel komm raus. Erst wenn ich dann auf einmal im Keller vor der Kühltruhe stehe und mich frage, was wollte ich hier eigentlich, erkenne ich, dass ich schon lange fremdgesteuert bin. Getragen von dem Irrtum, wenn ich nur gründlich über etwas nachgrüble, werde ich die einzig wahre Lösung, die für immer und ewig gilt, finden. Das ist ein guter Nährboden für Kopfschmerzen und schlechte Laune. Gott sei Dank funktioniert das Grübelkarussell mit Kindern schlecht. Der Kleinen musste der Popo abgewischt werden, die Große brauchte Hilfe beim Buchstaben "L" finden, die Kleine forderte einen Suchtrupp für ihr geliebtes Kuscheltier und die Große fragte: "Mama, was ist eigentlich Religion?". Eigentlich ist es schön, keine Zeit fürs Rattern im Kopf zu haben.
Sat Nam
Sat Nam
Montag, 4. Oktober 2010
Kraft finden
Heute war der erste Tag seit fast einem Jahr, wo ich den Alltag mit den Kindern wieder allein gestaltet habe. Seit diesem Sommer weiß ich, dass dies auf mich zukommen wird. Seit Anfang August mache ich täglich die Nabel-Kriya, die mir Christine Nirankar Kaur durch eine Sat Nam Rasayn - Sitzung empfohlen hat und ich bin fasziniert, wie die Übungsreihe wirkt. Ich habe tatsächlich mehr Kraft und damit mehr Nervenstärke. Besonders in den schwierigen Situationen, wo sich anscheinend alles um einen zusammenbraut, finde ich die Stärke durchzugehen. Beim Abendbrottisch, wenn die eine den Milchbecher umkippt, die andere schreit, weil ihr rosa Kleid nass geworden ist, dann das Telefon klingelt und ich doch einfach nur in Ruhe eine Scheibe Brot essen wollte, kann ich jetzt leichter durchatmen, einfach aufstehen, den Lappen holen, wegwischen, trösten und mich dann wieder meinem Essen zuwenden als früher. Ich war in solchen Phasen oft verkrampft, hatte mich hilflos und vor allem kraftlos gefühlt, dann rumgebrüllt und verzweifelt in die erschrockenen Kindergesichter geschaut. Es ist fantastisch, dass durch Yoga neue Wege möglich sind. Eigentlich ist es ganz einfach. Kopf abschalten, ein- und ausatmen, fühlen, sein und handeln.
Und Lachen:
Die Kleine beobachtet, wie beim gegenüberliegen Grundstück ein Haus abgerissen wird. Sie ist entsetzt. "Mama, die machen das Haus kaputt!" - "Ja, aber das ist nicht schlimm. Die sind ja schon längst ausgezogen", versuche ich sie zu beruhigen. Sie schaut zu den Bauarbeitern, schaut dann wieder zu mir, stemmt die Arme in die Hüften und empört sich: "Aber Mama, die sind doch gar nicht nackiech!"
Ich bin glücklich - ich bin gut...
Und Lachen:
Die Kleine beobachtet, wie beim gegenüberliegen Grundstück ein Haus abgerissen wird. Sie ist entsetzt. "Mama, die machen das Haus kaputt!" - "Ja, aber das ist nicht schlimm. Die sind ja schon längst ausgezogen", versuche ich sie zu beruhigen. Sie schaut zu den Bauarbeitern, schaut dann wieder zu mir, stemmt die Arme in die Hüften und empört sich: "Aber Mama, die sind doch gar nicht nackiech!"
Ich bin glücklich - ich bin gut...
Sonntag, 3. Oktober 2010
Ich bin glücklich - Härtetest
Heute haben wir meinen Mann zum Bahnhof gebracht. Er war ein Jahr von seinem letzten Job freigestellt, d.h. er bekam weiterhin Gehalt, durfte aber nicht ins Büro, und beginnt ab morgen eine neue Stelle in Wien. Das bedeutet eine Riesenumstellung von Vollzeitehemann und Vollzeitpapa zu Wochenendehemann und -papa. Tröstend ist, dass er einen Tag die Woche von zu Hause aus (nähe München) arbeiten darf. Aber das war beim Abschied heute nebensächlich. Nachdem unsere "Große" 6jährige Tochter die S-Bahn wegfahren sah, wandte sie sich zu mir, umarmte mich und weinte ein bisschen. "Mama, ich will nicht, das der Papa wegfährt." Bis zu dem Satz hatte ich meine Tränen noch zurückhalten können. Als sie sich von mir löste, sah sie mich verwundert an: "Mama, Du weinst ja auch!" Ich strich ihr liebevoll über ihre Wange und erklärte, dass es mich natürlich auch traurig macht. Gemeinsam gingen wir nach Hause. Es war eine eigenartige Stimmung. Ich spürte, dass die beiden mich aufheitern wollten. Die Große sammelte Blätter auf und meinte, wir könnten doch etwas Schönes für den Papa basteln. Die Kleine 3jährige fing plötzlich an zu singen: "Ich bin glücklich - ich bin gut - Sat Nam...." Wir waren gemeinsam Ende August im Yoga-Womens-Camp in Linden gewesen, daher kannte sie das Lied. Ich dachte nur, was für ein Blödsinn. Ich kann doch jetzt nicht glücklich sein. Ich bin traurig. Dieser Abschied tut weh.
Nun gut, dann wollen wir mal sehen, was passiert. Zu Hause legte ich die Kinderyoga-CD von Snatam Kaur mit "I am happy - I am good..." ein und spürte in mich hinein. Ich schälte dazu Möhren für das Mittagessen und ließ die Tränen zu. Alles verschwamm zu einem Möhrenbrei. Und plötzlich konnte ich beides gleichzeitig spüren. Die Traurigkeit und die Freude. Die Freude über die Liebe, die zwischen mir und meinem Mann ist. Denn nur dadurch gibt es das Verlustgefühl überhaupt. Und die Liebe zwischen uns und den Kindern. Wenn den Kinder das egal wäre, wäre alles viel trauriger. Mir wurde richtig warm ums Herz und ein Moment einer seligen Stille stellte sich ein.
Ich hatte später am Tag immer wieder tiefe Hänger und wollte mich einfach am liebsten irgendwo verkriechen, aber die Kinder holten mich immer wieder heraus. Ich musste immer wieder mal kurz weinen. Doch das tut gut. Die Tränen heilen und sie wollen raus, nur so bleibt mein Herz offen und warm.
Natalia Dalbir Kaur (die mit der Lotusblüte) hat mir gemailt und einen super Tipp fürs Durchhalten bei den Mantren gegeben: Wenn die Stimme kommt, die sagt, dass das doch alles totaler Blödsinn ist, dann sagt sie immer: Stop! Mir Dir rede ich um 14 Uhr.
Nun gut, dann wollen wir mal sehen, was passiert. Zu Hause legte ich die Kinderyoga-CD von Snatam Kaur mit "I am happy - I am good..." ein und spürte in mich hinein. Ich schälte dazu Möhren für das Mittagessen und ließ die Tränen zu. Alles verschwamm zu einem Möhrenbrei. Und plötzlich konnte ich beides gleichzeitig spüren. Die Traurigkeit und die Freude. Die Freude über die Liebe, die zwischen mir und meinem Mann ist. Denn nur dadurch gibt es das Verlustgefühl überhaupt. Und die Liebe zwischen uns und den Kindern. Wenn den Kinder das egal wäre, wäre alles viel trauriger. Mir wurde richtig warm ums Herz und ein Moment einer seligen Stille stellte sich ein.
Ich hatte später am Tag immer wieder tiefe Hänger und wollte mich einfach am liebsten irgendwo verkriechen, aber die Kinder holten mich immer wieder heraus. Ich musste immer wieder mal kurz weinen. Doch das tut gut. Die Tränen heilen und sie wollen raus, nur so bleibt mein Herz offen und warm.
Natalia Dalbir Kaur (die mit der Lotusblüte) hat mir gemailt und einen super Tipp fürs Durchhalten bei den Mantren gegeben: Wenn die Stimme kommt, die sagt, dass das doch alles totaler Blödsinn ist, dann sagt sie immer: Stop! Mir Dir rede ich um 14 Uhr.
Samstag, 2. Oktober 2010
Bob Baumeister und Sturm auf hoher See
Wir haben mit bloßen Händen Steine geschleppt und einen Staudamm gebaut. Mit Pflanzengras Schilfrohre zusammen gebunden, ein Segel aus einem Baumblatt hineingesteckt und das Floß auf den Staffelsee gelassen. Zugeschaut bis es kaum zu erkennen war. Zum Piratenschiff gelaufen und das Steuerrad schnell nach Backboard gedreht. Knapp einem Riesenwal entkommen. Ein Sturm zog auf und wir mussten unter Deck Schutz suchen. Pipi kann man auch hinter einem Baum machen. Auf der Schaukel sind wir bis zum Himmel geflogen und in dem Drehkarussel waren wir schneller als jedes Ufo.
Später gab es Eis für uns und Kekskrümel für die Enten. Ein Schwan, der aussieht wie eine 2 hat Riesenfüße wie Flossen. Im Auto sangen wir alle meine Entchen. Beim nächsten Halt gab es Pommes mit Herzsoße und Schnee.
Jetzt ist es 20:44 Uhr. Die Kinder sind im Bett. Ich bin glücklich und vollkommen geschafft. Sat Nam, Sat Nam, Sat Nam ji, Wahe Guru, Wahe Guru, Wahe Guru ji.
Gute Nacht.
Später gab es Eis für uns und Kekskrümel für die Enten. Ein Schwan, der aussieht wie eine 2 hat Riesenfüße wie Flossen. Im Auto sangen wir alle meine Entchen. Beim nächsten Halt gab es Pommes mit Herzsoße und Schnee.
Jetzt ist es 20:44 Uhr. Die Kinder sind im Bett. Ich bin glücklich und vollkommen geschafft. Sat Nam, Sat Nam, Sat Nam ji, Wahe Guru, Wahe Guru, Wahe Guru ji.
Gute Nacht.
Freitag, 1. Oktober 2010
Glücksküche
Heute habe ich mit Dayajot (Claudia) telefoniert. Sie war heute mit ihrem Mann beim Notar und hat einen großen lang verfolgten Traum verwirklicht. Sie haben ein wunderschönes Haus gekauft. Sie erzählte von einer großen Wohnküche und wie sie die einrichten will. Ich freute mich sehr für sie und fühlte gleichzeitig, dass es in mir auch eine Sehnsucht dafür gibt. Ich hielt inne und wartete, wann sich der innere Neidhammel meldet. Er kam nicht! Stadtdessen hörte ich wieder: Ich bin glücklich - ich bin gut. Mein Herz öffnete sich weit. Ich konnte spüren, wie ihre Glückswelle durch den Hörer in meinen Körper strömte und mich vollkommen erfasste. Wow! Das war fantastisch. Ich konnte ihre Freude teilen und für mich vermehren. Reiten auf der Welle und Spaß haben. Ja, es ist möglich, Träume zu verwirklichen. Es ist schön, wenn ich daran teilhaben kann. Es gibt Vertrauen ins Leben.
Mein Mann liegt gerade auf dem Sofa und schaut sich genußvoll einen Film an. Ich beobachte ihn. Er lacht und schaut erwartungsvoll. Ich kann seine Freude mitfühlen ohne den Film selbst zu sehen. Mich daran erfreuen, dass er sich freut. Im Grunde ist es das, was wir automatisch tun, wenn wir Kinder beim Spielen zuschauen. Wie sie mit voller Begeisterung in eine Pfütze springen. Wir lachen mit, obwohl unsere Schuhe trocken bleiben.
Wenn wir selbst glücklich sind, können wir uns am Glück anderer erfreuen und geben den anderen Raum für ihr Glück.
Und das alles mit schlappen 11 Minuten Mantra singen am Tag.... :-)
Mein Mann liegt gerade auf dem Sofa und schaut sich genußvoll einen Film an. Ich beobachte ihn. Er lacht und schaut erwartungsvoll. Ich kann seine Freude mitfühlen ohne den Film selbst zu sehen. Mich daran erfreuen, dass er sich freut. Im Grunde ist es das, was wir automatisch tun, wenn wir Kinder beim Spielen zuschauen. Wie sie mit voller Begeisterung in eine Pfütze springen. Wir lachen mit, obwohl unsere Schuhe trocken bleiben.
Wenn wir selbst glücklich sind, können wir uns am Glück anderer erfreuen und geben den anderen Raum für ihr Glück.
Und das alles mit schlappen 11 Minuten Mantra singen am Tag.... :-)
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