Heute war der erste Tag seit fast einem Jahr, wo ich den Alltag mit den Kindern wieder allein gestaltet habe. Seit diesem Sommer weiß ich, dass dies auf mich zukommen wird. Seit Anfang August mache ich täglich die Nabel-Kriya, die mir Christine Nirankar Kaur durch eine Sat Nam Rasayn - Sitzung empfohlen hat und ich bin fasziniert, wie die Übungsreihe wirkt. Ich habe tatsächlich mehr Kraft und damit mehr Nervenstärke. Besonders in den schwierigen Situationen, wo sich anscheinend alles um einen zusammenbraut, finde ich die Stärke durchzugehen. Beim Abendbrottisch, wenn die eine den Milchbecher umkippt, die andere schreit, weil ihr rosa Kleid nass geworden ist, dann das Telefon klingelt und ich doch einfach nur in Ruhe eine Scheibe Brot essen wollte, kann ich jetzt leichter durchatmen, einfach aufstehen, den Lappen holen, wegwischen, trösten und mich dann wieder meinem Essen zuwenden als früher. Ich war in solchen Phasen oft verkrampft, hatte mich hilflos und vor allem kraftlos gefühlt, dann rumgebrüllt und verzweifelt in die erschrockenen Kindergesichter geschaut. Es ist fantastisch, dass durch Yoga neue Wege möglich sind. Eigentlich ist es ganz einfach. Kopf abschalten, ein- und ausatmen, fühlen, sein und handeln.
Und Lachen:
Die Kleine beobachtet, wie beim gegenüberliegen Grundstück ein Haus abgerissen wird. Sie ist entsetzt. "Mama, die machen das Haus kaputt!" - "Ja, aber das ist nicht schlimm. Die sind ja schon längst ausgezogen", versuche ich sie zu beruhigen. Sie schaut zu den Bauarbeitern, schaut dann wieder zu mir, stemmt die Arme in die Hüften und empört sich: "Aber Mama, die sind doch gar nicht nackiech!"
Ich bin glücklich - ich bin gut...
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