Sonntag, 31. Oktober 2010

Yoga im Zug

Heute bin ich mit den Kindern für eine lange Fahrt im ICE unterwegs gewesen. Ich wusste, dass es voll werden würde und dass Konfliktpotential in der Luft liegt, gerade wenn man mit kleineren Kindern ein Abteil teilen muss. Ich hatte bereits Erfahrung mit genervten anderen Eltern ("O nein, da fahre ich extra ohne meine Kinder und dann sitzen andere neben mir...") oder Raumbesitzern ("dieser Teil der Armlehne gehört aber mir..") und war etwas aufgeregt vor der Reise. Eine sehr gute Freundin gab mit den Tipp: Denke an das Mantra vom inneren Frieden: Sat Narayen Wahe Guru, Hari Narayen Sat Nam. Es hat prima gewirkt. Ich fühlte mich wie ein fröhlicher und weicher Gummiball, der seinen eigenen Weg geht, aber keine Härte zeigt. Denn Härte erzeugt wieder Härte. Wenn ich spürte, dass mich das Verhalten eines anderen ("Aber ich habe nun einmal den Fensterplatz reserviert!") anfing aufzuregen, sang ich lautlos im Innern das Mantra, blieb weich und wartete ab, was passiert. Meine Reaktionen waren von Mitgefühl geprägt ("Ich verstehe, dass Sie dort sitzen wollen"), so dass aufstrebende Aggressionen im Keim erstickten. Es ergaben sich Lösungen ("Nein, wir können uns auch an den Gang setzen, es ist schließlich für sie mit Kindern am Fenstertisch viel einfacher.") mit denen alle zufrieden waren.

Ich kann nur sagen, ausprobieren lohnt sich.


Sat Nam   

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