Freitag, 29. Oktober 2010

Yoga beim Friseur

Heute war ich beim Friseur. Eigentlich etwas angenehmes. Bis auf das Augenbrauen zupfen. Der ganze Salon weiß schon immer Bescheid. A ja, jetzt geht es wieder los. Ich bekomme dabei Niesanfälle. Erst Tränen die Augen, so als würden sie sehr traurig sein, dass ein paar Härchen ausgerupft werden. Dann steigt das Kribbeln weiter und entlädt sich in heftigem Niesen. Eine Art Nase-Wutanfall, weil das Gezupfe nicht aufhört. Die Friseurin kennt mich schon seit einigen Jahren und beeilt sich sehr. Sie rast mit ihrer Pinzette über die Haut wie ein Rasen Mähender bevor der drohende Regen einsetzt. Sie hat sich auch noch nie getraut mir dafür eine Praktikanten anzuvertrauen. Wahrscheinlich würde dann ein Orkan der Stärke 10 im Salon meßbar sein. Das hat meine Friseurin bisher immer verhindert. Trotzdem gab es immer Niesattacken, denen sie sehr geschickt mit einem Seitensprung und der Warnung "Hilfe" auswich.

Heute war es anders. Ich legte meinen Nacken in das Waschbecken und konzentrierte mich nur auf meinen Atem. Ich dachte an die Herzöffner-Meditation und dass das dabei auftretende Kribbeln in den Armen ähnlich ist. Dabei muss ich aber nicht niesen. Sicherheitshalber dachte ich auch noch an das Mantra "Ra Ma Da Sa", dass gut für Heilkräfte ist. Niesanfälle gehören eher zu Krankheiten als zum Frieseur. Dann atmete ich tief fünf Sekunden lang ein, hielt entsprechend den Atem und atmete wieder lang aus. Es funktionierte! Einzig die Friseurin war irritiert. 

Yoga kann herrlich banal sein.


Sat Nam

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