Dienstag, 30. November 2010

Krank sein

Bei uns geht gerade der Magen-Darm-Virus um. Erst die Kleine, seit heute die Große und bei mir grummelt es auch schon im Bauch... Früher hätte ich mich sehr geärgert und 1000 Analysen erstellt, warum wir das jetzt haben (unterdrückte Gefühle, zuviel rechts gedrehten Joghurt, fiese Schwingungen aus der Steckdose, etc.). Heute versuche ich es einfach anzunehmen. Es ist, wie es ist. So gut es geht, gelassen bleiben und sich nichts vormachen. Ruhe und Abwarten. Krankheit gehört zum Leben. 

Wir müssen so gut es geht da durch.

Ich werde mir RA MA DA SA von Snatam Kaur anhören. Das tut auf jeden Fall gut.

Sat Nam

Montag, 29. November 2010

Hari Gobinde He!

Das neue Mantra ist wirklich genial. Unter www.mantra-download.de kann man es für 2 Euro herunterladen. Heute nachmittag habe ich es gleich zusammen mit den Kindern gesungen und sie waren auch begeistert. Besonders dieses laute He! zum Schluß macht sehr viel Spaß. Es soll möglich sein, beim Kochen Mantras hineinzusingen, so dass das Essen die bestimmte Energie bekommt. Wir haben heute Plätzchen gebacken, die am Mittwoch bei einer Klassenweihnachtsfeier in der Schule verteilt werden. Wenn sich plötzlich alle nach dem Keksgenuß anschauen und HE! rufen, habe ich den ultimativen Beweis...

Mit meiner großen Tochter habe ich über meine Erkenntnis vom Wochenende ("Du darfst Fehler machen!") gesprochen. Sie meinte: "Ja, das kenn ich. In der Schule sollte ich FISCH schreiben und habe es mit Ö geschrieben. Dann hat sie das durchgestrichen und ein I darüber geschrieben. Wenn ich es nicht probiert hätte, würde ich es jetzt nicht wissen." Genauso ist das...

Sat Nam





 

Sonntag, 28. November 2010

Live wieder zu Hause

Ein wunderbares Wochenende geht zu Ende. Die Rückfahrt mit dem Auto war herrlich chaotisch. Wir haben uns mehrmals verfahren und dabei herrlich gelacht. Es ist gar nicht so einfach wieder in den Alltag zu finden. 

Als ich zu Hause ankam hatte ich sofort einen tollen Draht zu meinen Kindern. Die ganze Zeit haben wir über Kinder geredet und uns hineingefühlt. Jetzt konnte ich es in die Praxis umsetzen. Was für ein schönes Gefühl! 


Meinen Koffer habe ich auspackt. Mein Mann hat gleichzeitig seine Tasche für Österreich eingepackt. Das war kein schönes Gefühl.... Aber ein paar Stunden haben wir noch, die werden wir jetzt doppelt genießen.


Sat Nam

Samstag, 27. November 2010

Live aus Linden II

Hurra, ich habe es geschafft. Die erste Kinderyogastunde im Rahmen der Ausbildung ist vollbracht. Gestern Abend hatte ich kurz vor dem Schlafengehen noch eine kleine Panikattacke und dachte, oh Gott, das wird ein Albtraum, was habe ich mir nur dabei gedacht: Ich und Kinderyoga. Dann fiel mir jedoch das Schutzmantra ein, was gegen solche Art von Ängsten hilft und ich sang Ad Gureh Nameh. Und es hat funktioniert! Als ich das heute Sahib Kaur, eine unserer Ausbilderinnen erzählt habe, war sie ein bisschen betroffen und sagte, dass für dieses Thema noch ein extra Tag stattfindet. Da war ich sehr beruhigt. Diese Ausbildung ist so herrlich praxisorientiert. Das ist es, was ich in all den Schulen und Universitäten vermisse. Ich bin dankbar, dass ich es hier finden kann.

Es war wieder sehr schön in der Gruppe. Ich habe mich sehr aufgehoben gefühlt und hatte viel Vertrauen. Es tat gut, es einfach mal zu machen und andere anzuleiten Yoga zu machen. 

Ong Namo Guru Dev Namo...

Der Anfang ist gemacht!

Sat Nam

Freitag, 26. November 2010

Live aus Linden

Jetzt wird es ernst. Wir haben heute in Gruppenarbeit eine erste Kinderyogastunde vorbereitet. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich bin total aufgeregt, wenn ich daran denke, dass wir das natürlich noch umsetzen müssen. Gestern Abend haben wir eine 1stündige Meditation zur Chakrareinigung (wunderbar angeleitet von Nirankar Kaur) gemacht. Es tat sehr gut. Während des dritten Chakras tauchte in mir plötzlich der Satz auf: "Du darfst Fehler machen!". Es klang wie eine Geheimbotschaft, die ich am liebsten per stiller Post weitergegeben hätte. "Hey, hast Du schon gehört: Du darfst Fehler machen. Aber Psst!" - "Nein. Echt? Ist ja ein Ding. Das muss ich gleich weitersagen..."

Dann ist mir heute bewußt geworden, wir oft ich mich im Alltag verkrampfe, weil ich Angst habe, einen Fehler zu machen. Das fängt beim Essen an (Ich weiß nicht, eigentlich ist der Blumenkohl nicht gut für die Verdauung) und geht weiter über unrealistischem Zeitgefühl (Oh Gott, jetzt komme ich bestimmt zu spät zum Sadhana, alle anderen sind schon da.... [ich war die zweite]) bis hin zu übertriebenen Vermutungen (Die Frage, die ich vorhin gestellt habe, war total blöd, die denken jetzt ich begreife gar nichts)....

Jede dieser Ängste konnte ich mit dem trivialen Satz "Ich darf Fehler machen" beruhigen. Ein schönes Gefühl, besonders in einer so warmherzigen Gruppe mit vertrauensvoller Atmosphäre. Das tut wirklich gut.

Sat Nam

Donnerstag, 25. November 2010

Taa-Taah!

Heute ist der 40te Tag der Herzöffnermeditation (bzw. Meditation zur Selbstliebe)! Wer durchgehalten hat, kann stolz sein. Ich habe den Eindruck, dass sie auch die Körperhaltung verändert. Der Brustkorb kann sich besser öffnen, die Schultern senken sich leichter und der Kopf hält sich gerader. Wir können also mit einem Buch auf dem Kopf über den Laufsteg stolzieren... Und genau deshalb haben wir es ja gemacht...;-)

Es sind nur noch wenige Stunden, ich muss noch trotz aufgeregter Kinder ("Wann kommst Du wieder?") schnell packen und dann geht es los.

Bis gleich!

Sat Nam

Mittwoch, 24. November 2010

Abreise-Streß

Es ist ein Phänomen. Immer wenn ich kurz vor einem Urlaub oder Wochendausflug oder heute vor dem Ausbildungswochenende stehe, fallen mir 1000 Dinge ein, die ich unbedingt jetzt sofort noch erledigen muss. Korrespondenz, die schon einige Zeit in einer Schublade liegt, muss ich JETZT auf jeden Fall vorher noch erledigen. Das Bad sieht auf einmal so dreckig aus, dass es ein Wunder ist, wie ich all die Tage vorher darin ohne Bakterienschutzanzug überleben konnte. Mit den Kindern muss ich unbedingt vorher noch Kekse backen, weil wir sonst am 1. Advent elendig an Unterzuckerung zu Grunde gehen könnten... Mir tat auf einmal mein Kiefer weh, als wäre er in einem Schraubstock gefangen. Endlich setzte ich mich hin und atmete tief durch. Alle Maschinen auf Stopp. So geht das nicht. Ich will aber. Nein. Und dann kämpften in mir der Perfektionismus und die Konzentration gegeneinander. Er wollte alles sofort und schnell "richtig" machen, sie wollte sich auf das Wesentliche konzentrieren und Prioritäten setzen. Irgendwann hat sie endlich gewonnen und der Tag wurde besser... Jetzt kann sich die Vorfreude wieder blicken lassen...

In weniger als 24 Stunden sehen wir uns!

Sat Nam 

Dienstag, 23. November 2010

ganz schön spirituell

Heute wurde ich durch ein Telefonat liebevoll aufmerksam gemacht auf das Thema: "Manchmal ist Dein Blog ganz schön spirituell." Ja, manchmal denke ich auch, wohin kann einen das Yoga führen? Yoga verändert. Seit ich täglich Yoga mache, esse ich kein Fleisch mehr, trinke kein Alkohol mehr und rege mich weniger auf. Das sind natürlich keine schlimmen Folgen, aber es kann auch Angst machen. Gestern Abend hatte ich Besuch von Freunden. Ich bot ihnen einen Sekt an. Sie freuten sich und stießen miteinander an. Nur ich stand da mit meinem Yogitee in der Hand und fühlte mich etwas isoliert. Früher hatte ich keine Gelegenheit ausgelassen mit Alkohol zu feiern und war eher genervt von diesen Spaßbremsen, die an ihrem stillen Wasser nippten und aussahen, als würden sie zum Lachen in den Keller gehen. Und jetzt? Jetzt muss ich gestehen, dass so einfach schwarz-weiß die Welt nicht ist. Ich mag die gelöste und entspannte Stimmung in einer Gruppe. Sie kann entstehen durch ein Gläschen Sekt, einen wandernden Joint, eine Kundalini-Yoga-Stunde, einen ansprechenden Vortrag, ein schönes Musikkonzert, ein interessantes Seminar, etc.... Es gibt soviele Wege zu sein und zu leben, wie es Sterne am Himmel gibt. Gestern früh war ich mit ein paar Frauen zum Sektfrühstück zusammen und habe es auch sehr genoßen, mich wohl gefühlt und wir haben viel gelacht. 

Solange ich das kann, bin ich auf einem guten Weg.

Falls mich jemand in einer Fußgängerpassage auf einem Blumenkübel stehen sieht, wie ich laut brüllend "Wasser und Katze-Kuh" predige, holt mich bitte sofort runter.


Sat Nam



 

Montag, 22. November 2010

Stark und Sanft

Gerade habe ich mir die Lieder und Videos von Rai Kaur für Kinderyoga auf ihrer Webseite angesehen. Es ist so rührend die Kinder beim Yoga zu sehen. Voller Konzentration und gleichzeitig entspannt. In dem einen Lied kommt die Zeile vor: Yoga macht stark und sanft. Ich dachte, ja genau so ist das. Durch die Übungen und Meditationen finde ich meine Kraft und innere Stärke, gleichzeitig öffnet es mein Herz durch eine veränderte Körperwahrnehmung und tiefen Atmen. Hart zu meinem Umfeld bin ich, wenn ich hart zu mir und verkrampft bin. Gelöst und frei kann ich sanfter zu mir und zu anderen sein. Nervenstärke entsteht, wenn ich mich kraftvoll fühle. Hektisch und nervös werde ich, wenn ich Angst habe, dass ich den Alltag nicht bewältigen kann. Fühle ich mich stark und gelassen, kann ich mitfühlend und sanft sein.

Trotzdem wurde ich gerade sehr laut, weil die Kinder in der Küche eine Riesensauerei veranstaltet haben. Nach dem Aufräumen haben wir uns wieder inn die Arme genommen und ich habe mich entschuldigt, dass ich so laut war. Die große sagte nur: "Ach, Mama, dass geht mir doch selbst auch manchmal so." 

Wenn ich glaube, dass ich durch Yoga immer die Nerven behalten muss, kann ich mich damit auch unter Druck setzen und gerate in einen Teufelskreis von Streß durch nicht-Streß haben dürfen.

Nobody's perfect.

Sat Nam 

Sonntag, 21. November 2010

Vorweihnachtszeit

Gestern war ich in der Stadt und habe erste Weihnachtsgeschenke gekauft, anfänglich war ich noch ganz gelassen und habe die feierliche Beleuchtung betrachtet, die ersten gebrannten Mandeln gerochen und verspeist. Doch nach einer Weile spürte ich, wie ich mich immer mehr auf den Trubel und den Einkaufsstress einlies. Wie ein Strudel im Wasser. Anfänglich wurde es einfach nur etwas schneller, dann immer stärker und tiefer. Mein Nacken verspannte sich, der untere Rücken wurde härter, der Gang weniger beschwingt und die Stirn zog sich zusammen. Obwohl es mir bewußt wurde, löste es sich nicht einfach auf. Mein Kopf ratterte, dies muss ich noch, das muss ich noch, das will ich so, oder vielleicht doch lieber so, habe ich an alles gedacht, ist es so gerecht, bekommt das eine Kind zuviel, das andere zu wenig, einen Fotokalender muss ich noch basteln, mit den Kindern Kekse backen, für die Schule backen, den Adventskalender füllen, Weihnachtskarten am Computer erstellen, Weihnachtspost vorbereiten, dann mache ich das, dann mache am besten dies, womit fange ich am Besten an, dieses Jahr mache ich es nicht erst auf dem letzten Drücker, jetzt alles fertig haben! SOFORT!

TIEF DURCHATMEN .... Ruhige, besinnliche Vorweihnachtszeit wo bist Du?
Nur da, wo ich es zulasse, wo ich bei mir bleibe, wo ich vertraue, dass es schon alles irgendwie klappt. Denn am Ende geht es ja immer, wie jedes Jahr... Yoga im Alltag ist eine gute Sache, Yoga in der Vorweihnachtszeit ist eine echte Herausforderung!

Sat Nam

Samstag, 20. November 2010

Wohlige Wärme und Vorfreude

Eben habe ich die e-mail mit der Einladung zum 3. Ausbildungswochenende gelesen. Wohlig warm wurde es mir ums Herz. Die Vorfreude steigt und es sind nur noch ein paar Tage bis wir uns alle Wiedersehen. Im Moment sitzen meine Kinder mit ihrem Papa auf dem Sofa und bekommen Asterix vorgelesen. Sie kuscheln sich an ihn, lachen und staunen. Seufzen. Nächstes Wochenende bin ich ohne sie... Plötzlich sind sie noch süßer als sonst, nerven überhaupt nicht (und wenn doch, merke ich das nicht) und sind rundum zufrieden. Wie werden sie wohl die Tage ohne mich überstehen? Natürlich überhaupt nicht. Sie werden Tag und Nacht weinen, fast verhungern, kaum schlafen und ihr Papa wird sich selbstverständlich gar nicht um sie kümmern.... Wuah!

Es wird ihnen sehr gut gehen, sie werden mich vermissen, aber sie werden es genießen, dass es mit dem Papa angenehm anders läuft. Es wird nicht so wichtig sein, was sie anziehen, sie werden wahrscheinlich nicht unbedingt den superdicken Pulli überstreifen müssen oder die doppelt dicken Handschuhe tragen. Es wird deftigere Speisen geben und interessante Ausflüge. Er wird es genießen, dass die Mama weniger ihren Senf dazu geben kann und es einfach stärker nach seiner Nase läuft. Wahrscheinlich wird es auch mehr Albernheiten und weniger Grundsatzdiskussionen über Fairtrade und Bio-Lebensmittel geben. Und am Sonntag wird eine fröhliche, voller Kraft strotzende und zufriedene Mama vor der Tür stehen. Und mein Mann wird wieder als Antwort auf die Frage, was denn Yoga ist, sagen können: "Yoga ist das, wo die Mama hingeht und immer gut gelaunt wieder kommt."

Sat Nam

Freitag, 19. November 2010

Sat Nam

Bei unserer Vorstellungsrunde beim letzten Ausbildungswochenende hatte jede zum Abschluß "Sat Nam" gesagt. Als Signal um der nächsten Nachbarin zu zeigen, dass sie fertig ist und die Nächste nun von sich erzählen kann. Es hatte etwas von Punkt, Aus, ich habe gesprochen und von Loslassen, jetzt kommt etwas anderes. Seitdem hilft es mir immer wieder gegen das "Reinsteigern" in bestimmte Themen. Wie ein Schutzmantra gegen das unendliche Analysieren von Theorien, die hauptsächlich Verkrampfungen bringen und Ängste verstärken. Besonders in Gesprächen, wo sich ein anfänglicher sanfter Austausch langsam aber gewaltig in ein hitziges Tennisspiel wandelt indem Argumente wie Bälle um die Ohren fliegen. Wenn es mir gelingt, dies während des Redens zu spüren, hilft es mir sehr, einfach "Sat Nam" zu denken und still zu werden. Wenn nur eine aufhört den Ball zurück zu schießen kann Ruhe einkehren und Mitgefühl bekommt mehr Raum. Deshalb passt auch die Bedeutung von Sat Nam als "Deine wahre Identität" so gut, weil ich mich dann wieder herausnehmen kann und mich nicht mehr mit dem Gedanken identifiziere. Ich bekomme einen gesunden Abstand und bin doch mit mir und meinem Gegenüber stärker verbunden, weil das Herz stärker sprechen kann als der Kopf. Wie es so schön auf dem Papierblättchen der Yogitees steht: "Der Kopf muss sich vor dem Herzen verneigen."

Sat Nam 

Donnerstag, 18. November 2010

Atemzüge

In der heutigen Yogastunde haben wir uns mit Pranayama, also den Atemübungen beschäftigt. Lang und tief einatmen, den Atem anhalten, ausatmen und eine Weile ohne Atmen sein. Es viel mir viel leichter als sonst, weil die tägliche Herzmeditation eine gute Übung dafür ist. Ich hätte nie gedacht, dass nach 32 Tagen schon solche Veränderungen möglich sind. Schließlich sind es nur elf Minuten konzentriertes Atmen pro Tag. Aber es wirkt länger nach. Ein geübter Yogi braucht nur noch ungefähr 5 Atemzüge pro Minute. Kein Wunder, dass der dann entspannt ist und gute Nerven hat. Vor einem Jahr hat mir ein Yogalehrer erzählt, dass alles nur eine Frage der Übung ist und ich habe ihn nicht wirklich geglaubt. Nach der Erfahrung heute, sehe ich das anders. Damals haben wir eine Minute lang einfach unsere Atemzüge gezählt. Das habe ich heute noch einmal gemacht und festgestellt, dass ich tatsächlich weniger brauche. 

Yoga = tiefer Atem = starke Nerven
Es lohnt sich.

Sat Nam
      

Mittwoch, 17. November 2010

Planen oder auch nicht planen

Bei uns ist es privat wieder etwas unruhig geworden. Wir haben aufgrund bestimmter beruflicher Unsicherheiten unsere Umzugspläne für eine Weile eingefroren. Erst einmal ist es nur eine Vorsichtsmaßnahme und vielleicht ziehen wir einfach nur etwas später um, vielleicht ändert sich aber auch alles in eine andere Richtung. Anfangs hat es mich schon sehr durcheinander gebracht, aber als ich am nächsten Tag meine Yogareihe mit Meditation gemacht habe, fand ich wieder in die Mitte und musste sogar ein bisschen lachen. Ich habe (mal wieder) eine gute Gelegenheit, Geduld zu lernen. Es geht "nur" um das Aushalten der Situation ohne Festhalten an Planungen für die Zukunft. Es zählt nur das JETZT. Das ist nicht immer einfach, doch spüre ich auch etwas Angenehmes darin: Ich kann und darf mich treiben lassen. Ich kann nichts beeinflussen und muss mir daher auch keine Gedanken machen. Selbstverständlich kann ich in alle möglichen Richtungen denken, analysieren, grübeln und unendlich viele "was wäre wenn" - Spielchen spielen. Vielleicht schaffe ich es auch, das weniger zu tun und die Dinge stärker anzunehmen wie sie sind. 

Auf jeden Fall bin ich froh und dankbar für das Yoga. Egal, was kommt, ich kann es überall machen und mich damit besser fühlen.


Sat Nam

Dienstag, 16. November 2010

Atmen und Zwerchfell

Heute habe ich mir in unserem Skript den Abschnitt über die Atmung durchgelesen und war im ersten Moment verwirrt, dass sich das Zwerchfell beim Einatmen zusammenzieht. Einatmen war für mich immer mit Ausdehnung verbunden. Aber Gott sei Dank gibt es Wikipedia. Eine schöne Animation zeigt wie die gefüllten Lungen auf das Zwerchfell drücken und wie es sich wieder ausdehnen kann, wenn wir ausatmen. Dass sich der Bauch beim tiefen Einatmen ausdehnt ist nur eine passive Folgerscheinung vom Zwerchfell, da es nach unten auf den Bauchraum drückt. Die Lungen füllen sich, das Zwerchfell zieht sich zusammen und drückt auf die unteren Organe. Die Bauchmuskulatur dehnt sich nach vorne. Die Bauchatmung ist in Wirklichkeit eine Zwerchfellatmung. Aber wer sagt schon in einem Yogakurs: "Und nun bitte tief in das Zwerchfell atmen!".

Ich verstehe jetzt viel besser warum das lange tiefe Ausatmen so wichtig ist: Es gibt dem Zwerchfell genügend Raum um sich zu entspannen. So ein "Zwergfell" will auch mal groß sein...

Saaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaat Naaaaaam
 

Montag, 15. November 2010

Um sich selbst kümmern

In den Yogastunden höre ich oft Sätze wie "Achte auf Deine Grenzen" oder vor der Entspannungsphase "Decke Dich gut zu, mach' es Dir gemütlich, sorge für Dich". Besonders an das "Sorge für Dich" muss ich immer wieder denken. Heute Morgen habe ich eine Mutter getroffen, die auch seit ein paar Wochen den eigenen Vormittag genießen darf, weil auch das jüngste Kind nun täglich im Kindergarten ist. "Es ist ja schön, aber der Vormittag geht so schnell rum" - "Ja und man muss aufpassen sich selbst nicht zu vergessen." - "Ruck Zuck ist es zwölf Uhr und ich habe nur aufgeräumt, gesaugt, eingekauft u.s.w." Wir haben dann vereinbart, dass jede von uns, wenn sie jetzt nach Hause kommt, als allererstes etwas für sich macht. Tee trinken, Buch lesen, was auch immer.

In einer Yogastunde habe ich auch den Tipp bekommen, was wir tun können, wenn der Blutzuckerspiegel sinkt und wir anfangen genervt zu sein, weil wir uns schlapp fühlen und die Kraft fehlt. HIRSE. Ich habe heute zum ersten Mal in meinem Leben Hirse gekocht und gegessen. Zusammen mit Gemüse, Yoghurt und Curry war das wirklich sehr lecker. Und ich hatte nicht, wie sonst üblich, nach dem Essen einen Heißhunger auf Süßes. Man soll die Hirse auch einfach nur roh anrösten können. Habe ich bisher aber noch nicht ausprobiert.

Sat Nam

Sonntag, 14. November 2010

Wozu Kinderyoga?

Das gestrige Gespräch über Zertifizierung der Kinderyogaausbildung ging noch weiter. Ich wurde gefragt, was ist eigentlich Kinderyoga bzw. was ist der Unterschied zu Kinderturnen. Mir ist in der Diskussion auf einmal der Kernpunkt (meiner Meinung nach) klar geworden: Es gibt keinen Wettbewerb. Die Konzentration auf sich selbst durch das Schließen der Augen und das bewusste Atmen sind wesentliche Besonderheiten. Das ist die Basis um mit dem Leistungsdruck von außen besser fertig werden zu können. Das Eigene spüren und so sein, wie jede/r von Natur aus ist. Ich glaube, das ist auch der Grund warum das Kinderyoga immer populärer wird. Der Druck in der Schule und im Arbeitsleben nimmt zu, die Sehnsucht nach einem Gegenpol steigt. 

Einfach schön, dass es das Kinderyoga gibt und dass sich so viele Menschen Gedanken dazu gemacht und eine fundierte Ausbildung auf die Beine gestellt haben. Und dass wir daran teilhaben und es weitergeben können.

Sat Nam
 

Samstag, 13. November 2010

Zertifikat vom Staat

Heute wurde ich gefragt, ob ich denn ein staatliches Zertifikat bekomme, wenn ich meine Ausbildung zur Kinderyogalehrerin gemacht habe. Es war spannend darüber nachzudenken und zu erklären, dass es bei dieser Ausbildung gar nicht wichtig ist, ob Staat oder nicht. Es regelt sich alles von alleine. Wenn ich mich bereit fühle, wird sicherlich ein Kurs zustande kommen....

Es war ein eigenartiges Gefühl, dass so zu erklären. 

Sat Nam

Freitag, 12. November 2010

Game over

Nach einer Übungsreihe zur Stärkung der Aura fühlte ich mich viel kraftvoller als sonst. Es ging darum mehr Raum einzunehmen. Von innen nach außen zu strahlen. Aus der eigenen Mitte schöpfen und nach außen verteilen. Dabei immer mit dem Kern verbunden sein. Wie ein Rad, dass sich dreht und dessen Kraftzentrum die Mitte bleibt. Das ist ein herrliches Gefühl, wenn ich mich auf diese Energie konzentrieren kann. Ich weiß dann, was mir wichtig ist, bin im Augenblick und erkenne, was genau jetzt zu tun ist (und was nicht). 

Das drückt sich aus in positiver Eigendrehung, d.h. ich kümmere mich selbst um das, was mir gut tut. Gestalte mein Leben aktiv. Seit ein paar Tagen wollte ich eine Saite meiner Gitarre neu bespannen lassen. Immer wieder schob ich es vor mich hin und bremste mich selbst durch Vorannahmen aus. Wahrscheinlich hat das Geschäft eh heute zu, bestimmt muss ich ewig warten, viel Geld bezahlen oder die Gitarre für lange Zeit weggeben. Zwischendurch kamen Nörgeleien wie "toll gerade jetzt hätte ich Zeit zum Spielen und nun ist sie kaputt". Ich spielte gnadenlos gut das "Jammer-Game". Ich wollte eine intakte Gitarre ohne etwas dafür zu tun. Wie im Schlaraffenland sollten mir die gebratenen Tauben in den Mund fliegen. Irgendwann kam der Punkt, wo ich wütend wurde: Jetzt fahr' endlich los.

Das Geschäft war offen, der Inhaber reparierte sofort und verlangte lediglich 2 Euro für die Kaffeekasse!

Jammer-Game: Game over...

Hätte ich doch bloß mehr Zeit zum Spielen, würde ich es bloß besser können, ich lerne das ja eh nicht,..... Jammer-Game: Level 1 gestartet.

Stopp!!!

Sat Nam

Donnerstag, 11. November 2010

Gehirnwäsche?

Heute hatte ich eine kleine Krise und habe mich gefragt, ob dieses "Ich bin glücklich - Ich bin gut" (Ibg) nicht eine Art von Gehirnwäsche im negativen Sinne ist. Nach der gemeinsamen Yogastunde haben wir zusammen darüber gesprochen und uns ist dabei klar geworden, was es NICHT ist. Es ist nicht Friede, Freude, Eierkuchen. Denn das hat etwas Kaltes. Ohne Mitgefühl für den anderen. Nach dem Motto: Mir geht es tutti, egal was mit Dir ist.

Worum geht es dann? Ich glaube, dass das Mantra ein Weg ist, sich mit dem Universellen, Göttlichen, nicht genau Erklärbaren zu verbinden. Mit dem woher wir kommen und wohin wir wieder zurückgehen. Vielleicht unser Urzustand. Etwas was unabhängig davon ist, ob ich gerade fröhlich oder traurig bin. Etwas was mir Kraft geben kann, wenn ich nicht mehr weiter weiß. Aber auch etwas, was mich wütend machen kann. Wieso soll ich glücklich sein? Ich bin doch gerade total genervt! Ich "soll" natürlich überhaupt nichts. Ich bin frei.

Sat Nam


P.S.: Eine Leserin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass Konstantin Wecker kein Österreicher sondern ein Münchner ist. Sorry, da habe ich mich geirrt.  

Mittwoch, 10. November 2010

Meditieren trotz Kind

Meine kleine Dreijährige war heute Morgen schon früh wach und kam zu mir ins Gästezimmer, wo ich gerade in der Morgenmeditation saß. Ich kämpfte gerade mit meinem rechten Arm, der an Energie zu verlieren schien nachdem sie aufgekreuzt war. Ich blinzelte und schaute auf die Uhr. Noch über 6 Minuten! "Mama, wie lange machst Du noch Yoga?" Grrr. "Das dauert noch" gab ich zähneknirschend zurück. Meine Mutterseite meldete sich: Du musst Dich um sie kümmern, sie ist nur im Schlafanzug, ihr ist bestimmt kalt, sie wird sich erkälten... Dann meldete sich meine Yogaseite: Wenn Du jetzt aus der Übung rausgehst, kommst Du nur schwer wieder hinein. Es ist kein Notfall, es geht ihr gut. Ich seufzte und versuchte mich auf meinen Atem zu konzentrieren. "Mama, mir ist kalt." Kinder können Gedanken lesen, ganz bestimmt. "Du kannst ruhig meine Decke nehmen" fiel mir ein. 5 Sekunden einatmen, 5 Sekunden halten, 5 Sekunden ausatmen. "Mama, ich will jetzt mit Dir spielen." - "Das geht jetzt nicht, aber Du kannst Dir ein Buch aus Deinem Zimmer holen und wieder herkommen." Stille. Ich hörte nur das Quietschgeräusch von ihrem Schnuller, an dem sie Gedanken verloren saugte. Noch 2 Minuten 34. 2 min 12. Sie tappste endlich los in ihr Zimmer. Mit Bilderbuch kam sie zurück und erzählte mir, was sie dort sah. Jetzt noch die Arme nach vorne... "Winnie Puh schleckt Honig" ... Und noch die Arme nach oben. "Bist Du bald fertig mit Yoga?" ....

Das war die längste Meditation, die ich je gemacht habe...

Sat Nam 

Dienstag, 9. November 2010

Auf den Punkt

Bei vielen Meditationen gibt es den Hinweis, dass man sich auf einen bestimmten Punkt konzentrieren soll. Entweder zwischen den Augenbrauen, die Nasenwurzel oder auf das Kinn bei der Herzöffner-Meditation. Dabei viel mir ein Satz ein, den ich mal in einer Yogastunde gehört hatte. "Wenn Du auf einen Punkt starrst, kannst Du schlecht bis gar nicht Grübeln." Das kann ich nicht nur beim Yoga machen, sondern in jeder Alltagsituation. Da bei uns ein möglicher Umzug nach Wien im nächsten Jahr anliegt, gibt es immer wieder Momente wo ich mich festgrüble. Wann werden wir umziehen, wo genau werden wir wohnen, wie wird die Große in der Schule klar kommen, gibt es für die Kleine einen Kindergartenplatz, wie sind die Österreicher eigentlich so, nimmt Reinhard Fendrich immer noch Koks, ist Konstantin Wecker noch im Knast, gibt es noch Haider-Verehrer, darf man über Adolf Hitler reden, ist der Wiener Opernball noch zeitgemäß, kann Arnold Schwarzenegger tanzen... Wenn es zu heftig wird, habe ich jetzt angefangen mich auf irgentetwas zu fokussieren. Ein Glas Wasser auf dem Tisch, ein Schmutzfleck auf dem Teppich, ein Hörersymbol auf dem Handy, u.s.w.

Mir hilft es tatsächlich. Ich komme besser zur Ruhe. Und ich habe mehr Respekt vor jemanden, der gerade irgendwo hin starrt. Früher hatte ich Freude daran den Konzentrierenden "aufzuwecken", heute lehne ich mich lieber zurück.

Sat Nam 

Montag, 8. November 2010

Froher trüber Novembertag Teil II

Heute Morgen hatte ich mir viel vorgenommen. Die typischen klassischen Haushaltsthemen wie Aufräumen, Saugen, Wischen, etc. standen an. Doch es kam alles anders als geplant. Statt schrumpelige Finger vom Wischwasser hatte ich rote Ohren vom Telefonieren mit Freunden. Herrlich. Und wieso eigentlich gründlich Putzen? Im November, wo keine Sonne scheint, da sieht man den Dreck eh weniger. Ich liebe den November! 

Am Nachmittag kündigten sich unerwartet Kinder zum Spielen an und ich hatte Zeit die Grundreinigung zu erledigen. Doch dann holte mich der Planungswahn wieder ein. Ich erwartete zwei Freundinnen zum Abendplausch und überlegte mir, wo wir im Wohnzimmer bequem sitzen konnten. Normalerweise sitzen wir am Eßtisch, was Schade ist, weil wir von dort den Kaminofen nicht sehen können. Am Besten wäre es, wenn wir einfach auf dem Boden vor dem Ofen sitzen würden. Aber ich kann doch nicht einfach zum Besuch sagen: "Ach, ich habe mir überlegt, der Boden ist gerade einigermaßen sauber, wollt Ihr Euch nicht einfach darauf setzen?" Also rückte ich die Sofas hin und her. Schob den Ecktisch vor und zurück und raufte mir die Haare. Es sah einfach nicht wirklich einladend aus. Langsam wurde ich nervös. Die Uhr tickte bedrohlich schnell auf acht Uhr zu und ich hatte noch keine Lösung. Plötzlich meldete sich eine innere Stimme: "Was ist, wenn Du es einfach auf Dich zukommen läßt?" 

Gerade sind die beiden gegangen. Wir saßen die ganze Zeit gemütlich auf dem Boden und haben ein Novemberpicknick vor dem Feuer gemacht. Weil es sich so ergeben hat...

Und was hat das alles mit Yoga zu tun? Wir saßen auf Yogakissen und haben Yogitee getrunken...

Sat Nam

Sonntag, 7. November 2010

Froher trüber Novembertag

Heute konnten wir die Sonne nur wenige Minuten sehen. Die Blätter sind ab, der Regen und das trübe Landschaftsbild sind dafür sehr präsent. Beim Spaziergang dachte ich mir, warum gibt es eigentlich diese Jahreszeit? Keine Antwort. Enttäuscht steckte ich meine Hände in die Jackentasche und stampfte trotzig weiter durch den Wald. Meine eine Hand fühlte mein Handy. Ich holte es hervor und sah eine wundervolle sms. Eine Freundin hatte ihr erstes Kind bekommen. Es muss toll sein, im November Geburtstag zu haben. Da gibt es auf jeden Fall einen festen Tag auf dem man sich sehr freuen kann. Und es gibt eine Party zu dem alle Freunde dankbar kommen können. Freunde sind immer wichtig, aber in diesem Monat sind sie besonders wertvoll. Bei einem warmen Tee zusammensitzen, wenn möglich auf ein Kaminfeuer starren, interessante Gespräche führen, schöne Musik hören... Oder Schubladen aufräumen und neben Müll vielleicht ein paar Schätze finden, ein altes Puzzle zu Ende bringen, Gitarre spielen, Adventskalender füllen, ....

Ich bin glücklich - Ich bin gut...

Sat Nam   

Samstag, 6. November 2010

Franz im Glück

Bei der Herzöffner-Meditation ist mir aufgefallen, dass die Handflächen beim zweiten Teil eine unglaubliche Wärme abgeben, so als könnten wir die aufgebaute Energie der ersten Übung als Segen ans Universum abgeben. Beim dritten Teil, wo wir die Arme nach oben strecken fühle ich einen Energieaustausch zwischen oben und unten. So als würde eine innere Stimme sagen: Gebe die Kontrolle ab. Vertraue einfach. Lasse los. Loslassen paßt sehr gut zum Monat November, wo Allerheiligen und Volkstrauertag stattfinden. Sich wieder besinnen auf das Wesentliche, was im Inneren geschieht. Dass nichts Materielles ewig dauert, nur die Seele unsterblich ist. Das ist tröstend. Ich wünsche mir, dass ich viel häufiger die Dinge geschehen lassen kann, ohne zu planen und zu grübeln. Die Freude am reinen Sein möchte ich viel mehr zulassen. 

Heute waren wir mit den Kindern wandern. Die Große wollte unbedingt einen dicken Stein mit hoch auf die Alm nehmen. Wir versuchten es ihr auszureden. Sie könne den Stein doch auf dem Rückweg mitnehmen. Sie blieb stur und schleppte ihren "Schatz" weiter. Kurz vor dem Ziel purzelte der Stein einen Abhang hinunter. Sie blieb erstaunlich gelassen und sagte nur: "Ach, Mama, das ist wie bei Franz im Glück, der hat auch den Stein in den Brunnen fallen gelassen. Das war auch nicht schlimm. Der hat ja was anderes dafür gekriegt." Ich kam mir vor wie eine Schülerin, die eine Lektion zum Thema Loslassen bekommen hatte. Und ich weiß nun, dass sie fast keine Zugereiste mehr ist. Nicht der Hans sondern in Bayern ist der Franzl im Glück...     

Beim Internetsurfen fand ich eine andere Erklärungen zu den 40 Tagen: 40 Tage lang täglich eine Übung bedeutet eine Veränderung des Bewußtseins, 90 Tage reinigt das Unterbewußtsein und ersetzt eine alte Gewohnheit durch eine Neue und 120 Tage integriert es vollständig in den Alltag. Wenn "glücklich und gut" tatsächlich eine neue Gewohnheit werden soll müssen wir noch etwas durchhalten...


Sat Nam

Freitag, 5. November 2010

40ter Blogtag

Erster Schritt geschafft! 40 Tage lang "Ich bin glücklich - Ich bin gut" - Meditation. Im Kundalini-Yoga heißt es, dass nach dieser Zeit eine Veränderung im Bewußtsein stattfindet. Eine alte Gewohnheit wird durch eine neue ersetzt. Ich habe schon in den letzten Tagen gespürt, dass ich besser mit Kritik umgehen kann. Mit "glücklich und gut" ziehen mich andere negative Meinungen nicht mehr so tief nach unten wie vorher. Ich habe es sogar geschafft zu sagen (und mich gleichzeitig erschrocken, dass ich das gesagt habe): "Das ist Deine Meinung. Aber ich finde, ich mache das richtig gut." Wie ein Baum, der seine Wurzeln spürt und nicht von einem Sturm umgerissen wird. Der Wind bläst, die Äste wiegen sich unruhig hin und her, aber der Stamm bleibt stehen. Das paßt richtig gut zum Novemberwetter. 

Heute waren wir mit den Kindern auf einer großen Wiese und haben einen Drachen steigen lassen. Die Kleine hielt ihn auch begeistert fest und schaute fasziniert nach oben. Wir schauten einen Moment nicht hin und unterhielten uns. Plötzlich sahen wir sie ohne Drachenleine in der Hand. Verwundert schauten wir sie an. Sie sagte nur: "Ich hab' ihn lieber losgelassen..." Und ging gelassen an uns vorbei. Warum sollte man auch etwas festhalten, was unbedingt weg will...


Sat Nam
 

Donnerstag, 4. November 2010

Durchhalten

Heute sind wir mit dem ICE zurückgefahren. Nach fünf Stunden Fahrt mussten wir in die S-Bahn umsteigen. Die Kleine 3jährige war sehr müde und geschafft. Am Bahnsteig im S-Bahn-Tunnel hockte sie sich mit Kuscheltier und Schnuller im Mund hin, weil es keine Sitzwarteplätze mehr gab. Ich sagte ihr, dass wir bald da sind und sie es bald geschafft hat. Sie hatte die Nacht vorher schlecht geschlafen und ihre Bindehautentzündung war noch nicht ganz abgeheilt. Die S-Bahn kam und ich dachte, prima, schnell hinein, dann kann die Große im Sitzen den Koffer festhalten und ich nehme die Kleine auf meinen Schoß. Leider war die S-Bahn so voll, dass wir uns nur noch hineinquetschen und froh sein konnten, dass die Tür hinter uns zugeht. Die Kleine war von vielen Erwachsenen umzingelt und schaute hilflos um sich. Ich streichelte ihr Wange und sprach ihr Mut zu. Die Fahrt schien endlos. Nur wenige stiegen an den Stationen aus, aber noch mehr wollten hinein. Sie schaute mich an und sagte: "Mama, ich kann nicht mehr! Ich will nach Hause." Mir war so elend zu Mute, ich spürte wie auch meine Kraft nachließ und ich am liebsten los geweint hätte. Ich dachte plötzlich an die Juden, die damals in den Waggons eingepfercht zum KZ gebracht wurden. Natürlich sank die Stimmung von der Kleinen weiter. Dann fiel mir ein, dass wir in der Kinderyogaausbildung davon gesprochen haben, dass die Kinder bis ungefähr zum fünften Lebensjahr in der Aura der Mutter sind und wenig Chancen haben sich davon abzugrenzen. Wenn ich also will, dass es ihr besser geht, muss ich mich auf helle Gedanken und nicht auf düstere konzentrieren. Ich atmete tief durch, was mir zuerst sehr schwier fiel, da die Luft in dem Zug ziemlich schlecht war. Doch ich dachte daran, dass wir eben Menschen sind und alle die gleiche Luft atmen. Punkt. Ich atmete endlich tief durch und wartete auf ein Mantra. Es kam "Sat Siri Siri Akaal". Die Wassermannmeditation zum Durchhalten. Ich sang sie im Kopf, beruhigte mich und damit natürlich auch mein Kind. 

Egal wie wenig Möglichkeiten auch da sind, ein Mantra im Inneren singen, geht immer und überall. 

Sat Nam

Mittwoch, 3. November 2010

Schutzmantra

Vielleicht ist es Einbildung, vielleicht auch nicht, aber seitdem Sahib die Bedeutung vom Ad Gureh - Mantra erklärt hat, singe ich es mir immer selbst beim Schlafengehen vor und träume besser. Vorher hatte ich es eher als Schutzmantra in gefährlichen Situationen (über eine viel befahrene Straße gehen) verwendet. Sahib sagte, dass es einen lichtdurchfluteten Raum entstehen läßt, der nach oben hin spitz zuläuft. Jede dunkle Energie kann dadurch nach oben abgeleitet werden. Ich fühle mich gut damit, aber mein Kopf läuft dagegen manchmal Amok. "So ein Quatsch, dass ist reiner Aberglaube, da kannst Du auch "Backe, Backe Kuchen" singen." Ja, vielleicht. Aber Ad Gureh Nameh hört sich einfach besser an und ist interessanter zu singen. Wenn Michael Jackson "Fritten" statt "Thriller" gesungen hätte, hätte sich wohl auch nur Mc Donald's darüber gefreut...

Sat Nam   

Dienstag, 2. November 2010

Wissen im richtigen Moment

Sahib Kaur hatte uns beim letzten Ausbildungswochenende vom Wissen im passenden Moment erzählt. "Wenn ich als Lehrer vorne sitze und Schüler mir Fragen stellen, sage ich manchmal weise Sachen, von denen ich mich selbst wundere, wo die auf einmal herkommen." Besonders im Unterricht bekommen wir durch das einführende Ong Namo - Mantra Kontakt zum universellen Kundalini-Yoga-Wissen. Auch im Alltag passiert das. Jemand fragt etwas, ich halte inne und warte auf die Wörter, die aus mir herauspurzeln. Sogar wenn ich einfach sage "Das weiß ich auch nicht." fühlt es sich klarer und angenehmer an, als wenn ich nicht inne halte, keinen kleinen Atemzug nehme und rein durch den Kopf spreche. 

Ich finde es sehr beruhigend, dass das so ist. Gerade auch in Hinsicht auf die Ängste, die ich habe, wenn ich mir vorstelle eine Yogastunde zu geben. Irgendetwas fällt einem immer ein. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen wir machen werden.


Sat Nam

Montag, 1. November 2010

Offene Kinderherzen

Heute konnte ich beobachten wie zwei ungefähr dreijährige Kinder tiefen Kontakt aufnahmen. Sie setzten sich unter einen Schreibtisch und verkündeten, sie säßen jetzt in einer Höhle. Dann war Stille. Obwohl die Lippen zunächst stumm blieben, hatte ich den Eindruck sie unterhalten sich. Als würden ihre Herzen Lichtstrahlen austauschen. Sie hielten Plastikperlenketten in den Händen und spielten damit jeder für sich in Gedanken versunken. Zwischendurch schauten sie sich an. Nach einer Weile redeten sie. "Mein Papa muss immer weg zur Arbeit." Stille. Blicke wurden ausgetauscht, Mimiken veränderten sich. Stille. Dann sagte das andere Kind: "Meine Mama muss auch in die Arbeit." Wieder Stille. "Der Papa kommt immer wieder." Stille. "Ja. Die Mama auch." 

Sie hatten sich gegenseitig auf ihre Art ihr Herz ausgeschüttet. Nach einer Weile krochen sie wieder aus ihrer "Höhle" heraus und spielten gut gelaunt weiter.

Wenn sich zwei Menschen mit offenem Herzen gegenüber treten, kann Klarheit und Tiefe entstehen, die nur wenige Sätze brauchen. Eine gute Motivation für die Herzöffner-Meditation.


Sat Nam