Mittwoch, 10. November 2010

Meditieren trotz Kind

Meine kleine Dreijährige war heute Morgen schon früh wach und kam zu mir ins Gästezimmer, wo ich gerade in der Morgenmeditation saß. Ich kämpfte gerade mit meinem rechten Arm, der an Energie zu verlieren schien nachdem sie aufgekreuzt war. Ich blinzelte und schaute auf die Uhr. Noch über 6 Minuten! "Mama, wie lange machst Du noch Yoga?" Grrr. "Das dauert noch" gab ich zähneknirschend zurück. Meine Mutterseite meldete sich: Du musst Dich um sie kümmern, sie ist nur im Schlafanzug, ihr ist bestimmt kalt, sie wird sich erkälten... Dann meldete sich meine Yogaseite: Wenn Du jetzt aus der Übung rausgehst, kommst Du nur schwer wieder hinein. Es ist kein Notfall, es geht ihr gut. Ich seufzte und versuchte mich auf meinen Atem zu konzentrieren. "Mama, mir ist kalt." Kinder können Gedanken lesen, ganz bestimmt. "Du kannst ruhig meine Decke nehmen" fiel mir ein. 5 Sekunden einatmen, 5 Sekunden halten, 5 Sekunden ausatmen. "Mama, ich will jetzt mit Dir spielen." - "Das geht jetzt nicht, aber Du kannst Dir ein Buch aus Deinem Zimmer holen und wieder herkommen." Stille. Ich hörte nur das Quietschgeräusch von ihrem Schnuller, an dem sie Gedanken verloren saugte. Noch 2 Minuten 34. 2 min 12. Sie tappste endlich los in ihr Zimmer. Mit Bilderbuch kam sie zurück und erzählte mir, was sie dort sah. Jetzt noch die Arme nach vorne... "Winnie Puh schleckt Honig" ... Und noch die Arme nach oben. "Bist Du bald fertig mit Yoga?" ....

Das war die längste Meditation, die ich je gemacht habe...

Sat Nam 

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