Dienstag, 9. November 2010

Auf den Punkt

Bei vielen Meditationen gibt es den Hinweis, dass man sich auf einen bestimmten Punkt konzentrieren soll. Entweder zwischen den Augenbrauen, die Nasenwurzel oder auf das Kinn bei der Herzöffner-Meditation. Dabei viel mir ein Satz ein, den ich mal in einer Yogastunde gehört hatte. "Wenn Du auf einen Punkt starrst, kannst Du schlecht bis gar nicht Grübeln." Das kann ich nicht nur beim Yoga machen, sondern in jeder Alltagsituation. Da bei uns ein möglicher Umzug nach Wien im nächsten Jahr anliegt, gibt es immer wieder Momente wo ich mich festgrüble. Wann werden wir umziehen, wo genau werden wir wohnen, wie wird die Große in der Schule klar kommen, gibt es für die Kleine einen Kindergartenplatz, wie sind die Österreicher eigentlich so, nimmt Reinhard Fendrich immer noch Koks, ist Konstantin Wecker noch im Knast, gibt es noch Haider-Verehrer, darf man über Adolf Hitler reden, ist der Wiener Opernball noch zeitgemäß, kann Arnold Schwarzenegger tanzen... Wenn es zu heftig wird, habe ich jetzt angefangen mich auf irgentetwas zu fokussieren. Ein Glas Wasser auf dem Tisch, ein Schmutzfleck auf dem Teppich, ein Hörersymbol auf dem Handy, u.s.w.

Mir hilft es tatsächlich. Ich komme besser zur Ruhe. Und ich habe mehr Respekt vor jemanden, der gerade irgendwo hin starrt. Früher hatte ich Freude daran den Konzentrierenden "aufzuwecken", heute lehne ich mich lieber zurück.

Sat Nam 

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