In dem kleinen Taschenbüchlein "Yoga für Frauen" stehen wundervolle praktische Tipps. Einer davon hat mich heute gerettet. Ich war den ganzen Tag über so wechselhaft in meinen Stimmungen wie ein Chamäleon, das auf einer bunten Decke wandert. Jede Wahrnehmung nahm ich 100mal stärker auf als normal. Als ich morgens den Schnee sah, dachte ich an Weihnachten, wie schön diese Zeit doch ist, voller Liebe und Harmonie, und es ist wieder so schnell vorbei gegangen, und es dauert noch ewig bis es wieder kommt und Ralf fährt heute weg und die Große hat ihm einen Schutzengel gemalt und .... Schnief.... Wie ein Sog zog es mich hinein in den Dschungel der Dramatik. Irgendwann fiel mir das Buch ein und ich fand eine Hilfe: Meditation für emotionalen Ausgleich. Sie ist sehr einfach. Frau legt sich mit dem Bauch auf den Boden. Der Kopf ruht auf dem Kinn, die Arme liegen am Körper, die Handflächen zeigen nach oben. Nun tippen die Daumen an jeder Hand an die Fingerkuppen, Konzentration auf das dritte Auge und im Geiste -Sa(Zeigefinger=Weisheit) -Ta(Mittelfinger=Geduld) -Na(Ringfinger=Anmut) -Ma(kleiner Finger=Kommunikation) denken. Drei Minuten oder länger. Alternativ geht es auch im Sitzen.
Mir hilft diese Meditation sehr. Aber ich musste sie heute schon mehrmals machen. Praktisch ist, dass ich das Fingertippen jederzeit machen kann. Ich spüre dann, dass ich ruhiger werde und angenehmere Gedanken hochsteigen. Eben musste ich gerade diesen blog unterbrechen weil meine Kleine Ohrenschmerzen hat und schon zum gefühlten 100mal nach mir ruft. Ich seufzte und wollte mich gerade wieder aufmachen in den Dschungel ("Das nervt, dass geht bestimmt die ganze Nacht so, ich habe ihr bestimmt die falschen Globulis gegeben,...."), da kam plötzlich eine andere Stimme, die sagte: "Du hast die Kraft!". Ach ja, da war ja noch was. Tief durchatmen und hinein ins Leben. Ich fühlte mich wie Popeye nach einer Dose Spinat.
Mondfrau bedeutet, dass wir aufgrund unserer emotionalen Tiefe wechselhaft sind. Daran können wir nichts ändern. Das einzige, was wir verändern können ist der Umgang damit. Mir hilft das Yoga sehr, weil ich mich damit nicht mehr so ausgeliefert fühle, sondern aktiv etwas für mein Seelenleben machen kann.
Sat Nam
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