Dienstag, 15. Februar 2011

SNR und Kinder

Gestern Abend konnte meine Große nicht einschlafen, sie hatte Angst vor Einbrechern. Normalerweise hätte ich ihr erklärt, dass Einbrecher sehr selten vorkommen, dass wir keine wertvollen Sachen zu Hause haben, dass die Tür fest zugeschlossen ist, etc. Diesmal habe ich ihr anders geholfen. Ich nahm sie auf meinen Schoß und bat sie, ihre Angst näher zu beschreiben. Wo sie die Angst im Körper genau fühlt. Es ist beeindruckend wie gut Kinder ihre Gefühle beschreiben können. Allein durch die Beschreibung (Im Bauch, ich atme so [kurzatmig], die Beine sind ganz zitterig, im Kopf ist es wie in einem Karussell) wurde sie schon etwas ruhiger. Ich schloß die Augen und spürte mich in ihren Körper hinein. Fühlte, was sie mir beschrieb und blieb allein im wahrnehmen, ohne Bewertung, ohne Analyse, einfach nur spüren. Es war still. Dann sagte sie ganz klar: "Ich hab' so Angst, dass ich ganz alleine bin." Nun herrschte Klarheit und ihr Körper wurde etwas ruhiger, der Atem etwas tiefer. Vielleicht war das alles ein bisschen viel in letzter Zeit. Drei Wochenenden hintereinander "nur" den Papa, dann "nur" die Mama. Das war sie nicht gewohnt. Ich drückte sie ganz fest an mich und bot ihr an, sie könne auf Papas Platz im Bett schlafen, ich würde dann später dazu kommen. Sofort entspannte sie sich und schlief die ganze Nacht ruhig und tief.

Mit Yoga lerne ich ganz andere Wege kennen mit meinen Kindern umzugehen. Ich habe diesmal nicht den Umweg über den Kopf gemacht, sondern bin direkt über das Fühlen gegangen. Spart Zeit und Nerven. Wunderbar.

Sat Nam

M

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