Gestern habe ich einen Tipp aus dem Buch "Yoga für Frauen" befolgt und einen Weizenkörner-Tag eingelegt. Über Nacht einweichen, dann zwei Stunden lang köcheln lassen. Ein Schuß Milch und ein wenig Honig oder ein Spritzer Sojasauce sind erlaubt. Empfohlen wird es diesen Tag einmal pro Woche einzulegen, es soll die Verdauung regulieren und eine schöne Haut geben. Besonders für die Frau ab 36 Jahre sei dies ratsam.
Zum Frühstück hat es geschmeckt und ich habe mich damit sehr wohl gefühlt, so als hätte ich viel Power für den Tag. Zum Mittag war es schon etwas gewöhnungsbedürftig und am Abend hatte ich nach zwei Löffeln keinen Appetit mehr. Ich war auch etwas gereizt und leicht genervt. Mir ist dabei aufgefallen, wie oft ich mir sonst zwischendurch irgendetwas in den Mund schiebe: Brotreste von den Kindern, Honig- und Marmeladenlöffel abschlecken bevor sie im Geschirrspüler landen, Cashewkerne, die beim Befüllen der Brotzeitboxen daneben fallen, die letzten drei Eßlöffel Gemüse im Topf, etc. Mir dies bewußt zu machen, war eine gute Erfahrung. Schlecht war nur, dass ich heute Morgen den totalen Heißhunger auf Schokolade hatte und dem nicht total aber schon teilweise hemmungslos nachgab. Ich war auch von Yogamantrenmusik genervt und holte ein paar alte CD's von Madonna raus. In mir stiegen Sätze hoch wie "dieser ganze Yogakram ist einfach totaler Quatsch" oder "die spinnen doch mit ihrem Weizenkörnerunsinn". Das Tanzen zu Madonnas "Jump" hat viel Spaß gemacht, nur die Übelkeit nach dem Schokoladenflash war unangenehm. Auf den Weizentag war die Schokomenge wohl doch etwas zu extrem. Fast hätte ich mir einen Weizenschnaps eingeschenkt...
Das nächste Mal werde ich meinem Körper nur eine Mahlzeit (z.B. Frühstück) als Weizenkur gönnen, für einen ganzen Tag ist mir das zuviel.
Sat Nam
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