Gestern Abend "musste" ich alleine, also ohne Mann, aber mit den beiden Mädels zur Sylvesterparty. Er war krank, konnte nicht mitkommen. Ich atmete tief durch, Tränen stiegen mir in die Augen. Ich hatte mich so auf einen gemeinsamen Jahreswechsel gefreut. Wieder muss ich alleine da durch. Früher (Zeit vor dem Yoga) wäre ich ausgeflippt vor Wut, hätte ihm sogar unfaire Vorwürfe gemacht, wäre trotzig davon gezogen und hätte auf der Feier große Mengen Alkohol in mich hineingeschüttet. Heute weiß ich, dass ich die Wahl habe und es Alternativen gibt.
Im ersten Moment fühlte ich mich rastlos, wollte ich irgendetwas machen. Anfang kam ich bei der Party gar nicht zur Ruhe, lief umher, wollte diese Hilflosigkeit nicht fühlen. Ich wollte ins Kämpfen, ins Wollen, ins Tun, auf keinen Fall ins Akzeptieren. Irgendwann hörte ich "Ra Ma Da Sa" in mir und wurde ruhiger. Traurig, aber nicht mehr ohnmächtig. Nirankar hatte mir mal im Sommer erzählt, als ich ihr sagte, dass ich Angst vor der Zeit habe, wenn Ralf die ganze Woche nicht da ist: "Das passiert Dir solange, bis Du spürst, dass Du die Kraft dafür hast." Und genau dafür ist es gut. Tief in sich einatmen und spüren, dass die Dinge, die passieren, zu bewältigen sind. Es wurde ein schöner Abend, mit glücklichen Kindern, die gemeinsam mit anderen Kindern durch den Schnee tobten, um Fackelfeuer tanzten und wir Erwachsenen machten mit Freude mit.
Heute ging es Ralf schon viel besser. Zusammen goßen wir Blei, tanzten im Wohnzimmer und zündeten noch Raketen. Und alles ohne Katerstimmung, dafür mit dem Gefühl, ja, ich schaffe das, egal, was dieses Jahr noch kommen mag.
Ich spazierte noch durch den Schnee und dachte an den Yogagang: Intensives Gehen, langer tiefer Atem und dabei an das folgende Mantra denken: Wahe Guru, Wahe Guru, Wahe Guru.....
Das tut richtig gut.
Frohes neues Jahr!
Sat Nam
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen