Heute war ich mit den Kindern in Bad Tölz auf einem riesigen Schneeberg unterwegs. Es war ein großer Rest, den die Schneefahrzeuge in den letzten Wochen angehäuft hatten. Durch den Regen der letzten Tage war er von einem großen grauen Schleier überzogen und sah nicht gerade appetitlich aus. Aber er war drei Meter hoch und hatte eine Fläche von 10 x 10 Metern. Die Kinder wollten unbedingt da rauf. Mein erster Gedanke war: Oh, nein, die Kinder werden sehr dreckig werden.... Ich war ein wenig entsetzt. Dieser Berg ist faszinierend, es sind Kinder, wir haben keine anschließende Verabredung auf dem Wiener Opernball, es könnte ein kleines Abenteuer werden und das einzige, woran ich denke, ist die Sauberkeit der Klamotten. Wie spießig! Diese Überlegung nutzte die Große und stieg schnell hinauf. Oben rief sie: "Wow, hier oben sind überall große Krater!" Und schwubs verschwand sie hinter dem "Bergkamm". Die Kleine machte ein Riesentheater. Sie wollte auch rauf und rutschte immer wieder ab. Ich nahm sie an die Hand und suchte nach einen leichteren Aufstieg. Irgendwann waren wir auch oben und ich staunte. Durch den "Dreck" sah es wie eine Mondlandschaft aus. Graue kleine Täler durchzogen von Kieselsteinen, die auf glatte Straßen gestreut worden waren. Von dort oben hatten wir einen herrlichen Blick auf die Isar, die durch die Regenfälle wie ein reißender Wildfluß aussah, dazu dann noch der Sonnenschein und die begeisterten Kinder. Ich stand auf einem Schmutzberg und fühlte mich einfach nur gut. Plötzlich entdeckte die Große einen größeren zusammen geklebten Schneehaufen, der aussah als wäre er mal der untere Teil von einem Riesenschneemann gewesen. Sie wollte ihn unbedingt in die Isar werfen und stemmte sich mit aller Kraft (und Kleidung) dagegen. Wieder sprang mein alter Reflex an und ich sagte ihr, sie solle das lassen, ihre ganze Jacke wird total dreckig. Doch sie ignorierte mich, umfasste den ganzen Block und gab noch einmal alles. Dann gab sie auf und wandte sich einem kleineren Haufen zu. Ich vergaß, was wichtig war und schimpfte mit ihr. Wie eine Drecksau sieht sie jetzt aus, sagte ich ihr. Ich konnte nichts mehr genießen und dachte nur noch daran, wie ich ihre Jacke wieder reinigen könnte. Irgendwann rubbelte ich an ihr herum und meine Wut stieg. Sie wurde traurig und erst da merkte ich, wie albern das alles war.
Es war doch so ein schönes Abendteuer und ich musste das Ende versauen. Yoga macht gelassener, keine Frage, aber Zwänge und Muster sind manchmal um ein vielfaches stärker. Es gibt noch viel zu tun....
Sat Nam
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