Das Yoga die Gesundheit fördert ist einleuchtend und auch durch zahlreiche Studien belegt. Innere Ruhe stärkt die Abwehrkräfte, die Übungen verbessern die Körperwahrnehmung und wir erkennen schneller, wo und wann wir uns nicht gut tun. Gleichzeitig gibt es eine Kraft die dagegen wirkt. Es ist viel einfacher gegen Beschwerden schnell eine Pille einzuwerfen, die uns den Schmerz schneller verdrängen läßt. Warum soll ich mich erst hinsetzen und in mich hineinspüren? Langfristig mache ich die Erfahrung, dass die Tabeletten nur kurzfristig wirken und keine wirkliche Heilung bringen. Es gibt dann den Moment, wo ich es satt habe, die Dinger zu schlucken und denke, es muss doch auch anders gehen. Entscheidend ist dann, wie wichtig ich mich selbst und meine Gesundheit nehme. Möchte ich lieber gleichgültiger bleiben? Eigentlich nicht. Aber wer bin ich schon, dass ich glaube, ich könne selbst einen Weg für mich finden? Und genau, das ist der Punkt. Ja, ich habe die Kraft in mir. Jeder Mensch hat die Kraft in sich, sein Wohlbefinden zu verbessern. Sich auf die Suche nach den Stellen machen, wo ich hart zu mir (und meiner Umwelt) bin. Und mich dann für Sanftheit und Liebe entscheiden. Gerade bei den kleinen "Wehwechen" können wir gut damit anfangen.
Gestern war meine Haut an manchen Stellen im Gesicht rot und juckte. Ich war genervt und rubbelte darauf rum. Schließlich schmierte ich mir eine Salbe darauf, die kurzfristig half. Als es wieder losging kam ich auf die Idee, es genau anders zu versuchen. Nicht dem Juckreiz mit Kratzen nachgeben sondern mit Sanftheit. Ich streichelte die Stellen einfach. Es half. Plötzlich dachte ich, dass vielleicht gar nicht die Salbe geholfen hat sondern das Auftragen an sich.
Auch bei Kindern habe ich es schon oft beobachtet, wie schnell sie sich von einem Sturz erholen, nachdem die Mutter ihr Kind einfach nur mit Liebe tröstet. Es in Arm nimmt, streichelt, es Ernst nimmt und mitfühlt. Ich meine nicht, dieses überforderte Handeln, wenn die Mutter sofort in die Analyse geht, nervige Fragen stellt oder sogar Vorwürfe macht: "Wie hast Du denn das (wieder) gemacht! Ich habe Dir doch gesagt, Du sollst da nicht hingehen!" Ich meine das Annehmen der Situation, das Versinken in Liebe zu dem Kind und dem Vertrauen, das der Schmerz vorüber geht.
Es ist auch ein Weg, wenn wir unsere Krankheiten wie kleine Kinder sehen, die Aufmerksamkeit, Liebe und Vertrauen brauchen.
Einfach mal ausprobieren.
Sat Nam
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