Gestern Abend lag ich beim SNR-Übungsabend auf der Matte, "spielte" Patient und staunte. In meinem ganzen Körper war soviel Anspannung wie in einem Flitzebogen kurz vor dem Abschuss. Durch das Hin und Her mit dem Praktikum und der kranken Kleinen, hatte ich in mir einen immensen Druck aufgebaut. Ich wollte unbedingt diese Woche wenigstens einen Praktikumstag erleben. Es sollte doch nun endlich mal etwas losgehen. Durch die unsichere berufliche Situation von Ralf fahre ich seit 1 1/2 Jahren mit angezogener Handbremse durchs Leben und wenigstens im Kinderyoga sollte es doch nun flott voran gehen. Die Kleine war gestern den ganzen Tag so fit, dass ich dachte, natürlich kann ich morgen hin. Dann aber wieder Zweifel, braucht sie nicht doch noch einen Tag? Was ist, wenn ich sie zu früh hinschicke und sie einen Rückschlag bekommt. Wir wollen nächste Woche zu meiner Familie in den Norden hochfahren, die Bahnkarten sind gekauft, ist es nicht ein zu hohes Risiko sie schon jetzt wieder in den Kindergarten zu schicken, nur weil ich unbedingt mein Praktikum starten will? .... Es ist unglaublich, was diese Gedanken in meinen Körper für Stress auslösen und verkrampften Druck in den Muskeln und Nerven entstehen lassen. Gott sei Dank konnte ich mich schnell auf das SNR einlassen und entspannte mich. Ich fühlte mich sehr müde und freute mich auf mein Bett. Leider meldete sich die Kleine dreimal die Nacht und ich kam nicht wirklich zur Ruhe. Ich hatte dem Lehrer, wo ich Praktikum machen will, gesimst, dass ich morgen kommen kann und überlegte, ob es wirklich eine gute Idee ist. Als ich meine Große weckte, wurde mir die Entscheidung abgenommen. Sie hatte nun Fieber!
Ich verschob das Praktikum auf die Woche nach den Ferien und fühlte mich zunächst besser. Jetzt brauche ich nicht mehr überlegen. Dann kam eine Traurigkeit in mir hoch. Seit drei Tagen bin ich nun ans Haus "gefesselt" und es werden noch Tage dazu kommen. Wut entlud sich: Immer warten, immer warten, ich habe es so satt! Seit 1 1/2 Jahren können wir nicht planen, wissen wir nicht, wo es langfristig hingeht, und in meiner kleinen Welt funktionieren die Mini-Pläne auch nicht. Warum passiert das,.... Stopp!
Mein Hidden Self hatte mich total im Griff. Zur Erinnerung: Es ist der Teil in einem, der nie genug kriegen kann, also süchtig ist danach, dass ich mich mit ihm beschäftige. Gedankenkarussels sind typisch dafür. Sahib Kaur hatte uns im letzten WE erzählt, wie wir damit umgehen können:
1. Bewusst machen 2. Tägliches persönliches Sadhana (und wenn es nur eine tägliche dreiminütige Meditation ist) und bewusste tägliche Ruhemomente (tief durchatmen) 3. Mantren singen. Das hiddenself langweilt sich schnell und schläft ein.
Krass fand ich die Aussage: Entweder Du hast das HS im Griff oder es hat Dich im Griff.
Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam Sat Nam ....
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