Donnerstag, 31. März 2011

Zweifel und Vertrauen

Nach meiner letzten Kinderyogastunde im Praktikum habe ich den Kindern Flyer mitgegeben, wo ich einen Kurs für drei Mal in den Osterferien anbiete in der Hoffnung, dass sich daraus ein wöchentlicher längerer Kurs entwickelt. Jetzt spüre ich große Unsicherheiten. Werden sich genügend anmelden? Wenn nicht, wie gehe ich dann weiter vor? Was kann ich jetzt noch tun? Mache ich es richtig? Ich kann nur werben und abwarten. Voller Vertrauen hoffen und die Dinge so annehmen, wie sie kommen. Das gelingt mir zeitweise. Dann bin ich aber auch wieder niedergeschlagen und denke, das wird sowieso nichts, um dann im nächsten Moment zu denken: Na klar wird das funktionieren. Kinderyoga ist durch und durch gut für die Welt und ich weiß, dass ich ein Teil dazu beitragen kann. Ich befinde mich auf der Achterbahn der Gefühle. Rauf und runter, rauf und runter.... Hoffe, ich pendle mich langsam in der Mitte ein.

Sat Nam

Mittwoch, 30. März 2011

Dem Ball ausweichen und standhaft bleiben

Schon seit einigen Monaten bemerkte ich einige Beschwerden in meinem Körper, die Nebenwirkungen meiner Spirale von Mirena sein könnten. Doch immer wieder schob ich meine Bedenken zur Seite. Es ist doch so bequem damit. Ich muss mich um nichts kümmern, keine "nervigen" Tage... Aber auch keine Orientierung über meinen Zyklus und mein Frau sein. Am letzten Ausbildungswochenende sprach ich zufällig nach dem Essen darüber und erfuhr, dass es zwei anderen Frauen auch so ergangen ist und dass sie sich erheblich besser fühlten nachdem die Mirena entfernt wurde. Das war die Bestätigung, die ich noch brauchte. Und die Erkenntnis, es ist egal, ob etwas wissenschaftlich belegt ist oder nicht, wenn ich mich damit unwohl fühle, ist dieses Gefühl entscheidend. Da ich wusste, dass ich bei meiner Frauenärztin erst in zwei Monaten einen Termin bekomme und Notfalltermine sehr ungünstig um die Mittagszeit liegen, wann ich die Kleine vom Kiga abhole und die Große aus der Schule kommt, bin ich einfach so beherzt und entschlossen hingegangen. Ich dachte an die Klarheit und das Selbstbewusstsein von Miriam am letzten Ausbildungswochenende. Mein Kopf analysierte und entwarf verschiedene Szenario, was ich sagen könnte. Von Dramatisieren (mit verkrampften Gesicht vor dem Empfangstresen stehen, sich den Unterleib halten und sagen: "Entschuldigung, kann ich mich setzen? Ich kann vor Schmerzen kaum gehen...") bis zur Rambo-Methode ("Entweder sie holen mir das Ding jetzt raus oder ich schieße mit Tampons um mich!") war alles dabei. Ich gab mir einen Ruck und dachte: Nein. Es reicht, wenn ich mir in meinem Gefühl klar bin. Ich muss nichts erklären, nichts rechtfertigen und nichts dramatisieren. 

Vor der Eingangstür atmete ich tief durch und stellte mich aufrecht so hin wie  wir es am WE gelernt hatten. Ich fand die Position, wo ich festen Stand habe. Entschlossen ging ich in die Praxis. Vor mir stand noch eine andere Frau an der Anmeldung. Ich zog meine Jacke aus und hing sie an die Garderobe. Dann ging ich zur Toilette. Ich verhielt mich wie eine Patientin, die einen festen Termin hatte. Als ich dran war, zog ich meine Versichertenkarte und hielt sie der Sprechstundenhilfe hin. Sie nahm sie prompt an. "Ich habe keinen festen Termin. Dafür 2 1/2 Stunden Wartezeit. Ich will die Mirena entfernen lassen." Sie fing sofort an los zu zetern. "Das ist kein Notfall. Für solche Fälle haben wir besondere Zeiten...." Sie wollte spielen. Sie schoss mir wütend ein paar verbale Bälle hin. Ich dachte an das Thema Projektionsfläche (für Kinder und Eltern in der Rolle der Kinderyogalehrerin) und das es gut ist in einer neutralen Position zu bleiben, d.h. ruhig, gelassen und mit offenem Herzen. Sie hält ja auch nur die Anweisungen ihrer Chefin ein. Ich sagte nichts, wich ihren "Bällen" aus, ließ sie einfach neben mir auf den Boden fallen. Ich hörte ihr zu und beobachtete mit Freude, dass sie trotz ihrer Worte ("Ich kann sie nach Hause schicken...") meine Chipkarte in das Lesegerät steckte und den Computer bediente. Ich erklärte ihr nur, dass ich zu der Notfallzeit nicht kann und das ich bis Viertel vor Zwölf fertig sein muss. 

Es war ein toll, dass ich einfach meinem Gefühl gefolgt bin und bei mir geblieben bin. Ganz klar und stabil.... Danke liebes Universum für diese Erfahrung!

Sat Nam   

Dienstag, 29. März 2011

Blutspritzer in der Kinderyogastunde

Heute hatte ich meine beiden letzten Kinderyogastunden im Rahmen des Praktikums in der Montessori-Schule. Es lief wieder richtig gut. Wieder hatten sich einmal 14 und einmal 12 Schüler gemeldet. Schön war, dass mittlerweile viele bekannte Gesichter dabei waren. Ich hatte die Geschichte vom letzten Ausbildungswochenende genommen, wo wir ans Meer reisen und einem Vogelei aus dem Wasser helfen. Nach der Entspannung spielte ich mit der Gitarre "Ich bin glücklich - Ich bin gut ...". Anfangs waren sie etwas zaghaft, doch dann sprang der Funke über und sie wurden immer lauter und begeisteter. Es war sehr rührend wie die Herzen sich öffneten und die Kinderaugen leuchteten. Mir stieg ein wenig Tränenwasser in die Augen. Doch plötzlich sah ich Blutspritzer auf meiner Yogahose. Ich erschrak. Weitere Spritzer entdeckte ich auf der Gitarre und dann sah ich, dass Blut über meinen Daumen lief. Ich hatte wohl zu heftig (oder im unglücklichen Winkel) auf die Gitarrensaiten geschlagen. Es hatte sich eine winzige Blase auf der Haut gebildet, die aufgesprungen war. Das war mir echt unangenehm. Vor Schreck hörte ich abruppt auf zu spielen und holte mir ein Pflaster aus der Tasche. Das Gute war, dass wir eh in der letzten Strophe waren, aber die Kinder schauten etwas irritiert. (Hätte ich vorher eine Horror-Geschichte mit ihnen gemacht, wären sie wahrscheinlich schreiend hinaus gelaufen.) Ich klärte sie auf und ging einfach weiter zum Ausstimmen.  Im Kinderyoga kann ich Sachen erleben... Ich musste an Vera denken, die am letzten Wochenende so herrlich die Geschichte von dem kleinen Mädchen erzählt hat, die sich mit der Wasserflasche nass gemacht hatte und plötzlich nackt durch den Raum lief... Wahe Guru!

Sat Nam

Montag, 28. März 2011

Ein weiterer Meilenstein...

Seit heute nachmittag halte ich meine ersten Werbezettel für meinen ersten Kinderyogakurs in den Händen. Es wird konkreter. Ein schönes Gefühl. Egal, ob sich genug Kinder anmelden oder nicht. Diese Etappe habe ich erst einmal bewältigt. So wie Miriam und Sam es am Wochenende immer wieder gesagt haben: "Wichtig ist, das Du anfängst!" Es ist kein perfekter Flyer. Es ist auch erst einmal nur ein dreimal einstündiger Osterferienkurs. Aber wenn sich genug Kinder anmelden würden, dann wäre ich sehr glücklich.

Als ich gestern Abend nach Hause kam, war ich so klar wie lange nicht mehr. Die Kinder stürmten auf mich ein, ich wollte aber erst einmal in Ruhe auspacken. "Schön, was Ihr mir alles zeigen wollt. Jetzt packe ich aus und dann habe ich Zeit für Euch." Die Kleine ging sofort zu ihrem Spiel zurück. Nur die Große blieb bei mir stehen, schaute mir beim Auspacken zu und erzählte ohne Punkt und Komma. Was mich nervte. Dann dachte ich daran, dass Kinder Aufgaben gerne übernehmen und spann sie ein. "Bring' doch mal dies dahin... Und das gehört nach oben und das nach unten in den Keller." Mit voller Begeisterung half sie mir wegzuräumen, wurde ruhiger und hörte auf endlos zu sabbeln, sondern erzählte konkreter und interessant. Meine Klarheit übertrug sich. 

Klarheit und Kraft. Das nehme ich besonders vom letzten Wochenende mit.

Sat Nam

Sonntag, 27. März 2011

Beckenboden und Blähbauch

Miriam hat uns viel Wichtiges über den Beckenboden gezeigt, erklärt und fühlen lassen. Ich wusste nicht, dass die Muskulatur im Becken so wichtig für eine aufrechte Körperhaltung und für einen flachen Bauch ist. Ich habe schon viele Übungen für die Körpermitte gemacht und meine Bauchmuskulatur verbessert, nur habe ich trotzdem im Laufe des Tages gemerkt, dass ich schon nach kleinen Essensmengen (besonders am Abend) einen kleinen Blähbauch bekommen habe. jetzt weiß ich, dass es am Beckenboden liegt. Wenn ich den anspanne, geht der untere Bauch mit nach innen und das ist genau der Bereich, den ich mit reinen Bauchmuskulübungen nicht wirklich erreiche. 

Leider wirkt sich eine schwache Beckenmuskulatur auch auf die ganze Körperhaltung aus. Das Brustbein kann sich nicht richtig erheben, die Schultern können sich nicht lockern und der Hals geht wie ein "Gockel" nach vorne. Es leuchtet mir alles ein und es war schockierend zu sehen, wie stark die Auswirkungen sind. Ich war auch frustriert, weil ich doch schon eine ganze Zeit regelmäßig Yoga mache, und nun kann ich "fast" wieder von vorne anfangen.... 

Keep up! Nicht aufgeben und dran bleiben. Die gute Nachricht ist, dass es nicht erforderlich ist stundenlang Beckenbodenübungen zu machen. Es reicht, wenn ich im Alltag mehrmals zwischendurch den Beckenboden anspanne. Miriam meinte, ich könnte einfach immer, wenn ich eine Türklinke drücke, meinen Beckenboden kurz anspannen. Nähere Infos unter www.bauchyoga.de


Sat Nam

Samstag, 26. März 2011

Poweryogafrau

Die Ausbilderin Mirijam ist die bisher stärkste Poweryogafrau, die ich kennengelernt habe. Sie steht fünf Wochen vor der Entbindung, erwartet ihr siebtes Kind und hat mit mehr Elan den heutigen Tag mit uns gemacht als die ganze Gruppe zusammen... Ich sitze da und staune: Woher hat sie diese Kraft? Ich fühle mich ganz klein und denke, so etwas schaffe ich nie. Ich werde ganz jammerig und nörgle über die eine Stunde, die uns heute Nacht durch die Zeitumstellung geklaut wird. Ich muss morgen noch eher aufstehen. Woher soll ich die Power dafür nehmen... Natürlich muss ich nicht. Ich kann auch später hingehen, aber irgendetwas in mir will es erfahren. 

Jetzt muss ich ins Bett.

Sat Nam

Freitag, 25. März 2011

Yoga und Werbung

Heute vormittag kamen wir in den Genuss Tipps der erfahrenen Werbeexpertin und Yogalehrerin Sam zu hören. Es ging darum, dass es wichtig ist, authentisch zu sein. Dass Deine Werbung für Dein Yoga Deiner Art entspricht. Theoretisch ist das klar. Nur wer bin ich denn eigentlich? Was ist denn meine Art? Dazu haben wir eine wundervolle Übung gemacht. Jede von den 18 Teilnehmerinnen hat zu jeder einen Satz geschrieben. Vorgabe war Beschreibung der Person durch Subjekt, Verb und Adjektiv. Beispielsweise: kraftvolles Pferd, das trabt. Somit hat nun jede von uns ein Schatzkästchen von 17 kleinen Kärtchen über ihre Außenwirkung. Interessant sind die Bemerkungen, die häufiger vorkommen. Bei mir war viel von Sonne und strahlen und leuchten die Rede. Das hat mich inspiriert für meinen ersten Yogaflyer, den ich kommenden Dienstag in der Kinderyogastunde im letzten Praktikumstag verteilen möchte. Slogan: Kinderyoga... weckt die Sonne in Dir!

Sat Nam