Montag, 30. Mai 2011

... und Tschüss!

Der gestrige Abschlusstag war unglaublich. Jede von uns wurde noch zu einem persönlichen Gespräch gebeten, wo über die schriftliche Prüfung und über eine Meditationsempfehlung gesprochen wurde. Das war sehr schön. Sehr persönlich und mit viel Herz. Mir wurde empfohlen, noch stärker auf Entspannung zu achten. Auch mal weniger produzieren und dafür mehr sein. Dafür habe ich die Meditation "I am" erklärt bekommen. Harsukh Kaur hatte die gleiche Empfehlung und wir haben beschlossen, dass wir sie zeitgleich machen und uns darüber austauschen. Eine wunderbare Idee.

Der krönende Abschluss war die Übergabe des Zertifikats. Vor dem Wochenende wurden wir gebeten unsere Lieblingsmantramusik mitzubringen. Wir standen alle in alphabetischer Reihenfolge nebeneinander und schauten in den Raum. Dort standen im letzten Drittel die Ausbilderinnen und machten mit den Armen ein Tor. Dahinter stand eine Ausbilderin mit dem Zertifikat und einer Rose. Für jede wurde die entsprechende Musik gespielt und jede durfte auf ihre Art durch das Tor gehen. Einige rannten durch, eine machte einen Purzelbaum, einige lachten, einige weinten,... Es war unglaublich rührend in einer tiefen liebevollen Atmosphäre. Ich hatte das Gefühl, dass der ganze Raum vibriert. Nirankar Kaur meinte, dass das der Grund ist, warum wir diesen Moment nicht vergessen werden. 

Am Ende setzten wir uns noch in einen großen Kreis zusammen und gaben ein kurzes Feedback. Jede einzelne hat ihren eigenen Weg gefunden, auf ihre persönliche Art Kinderyogalehrerin zu sein. Und jede ist ein Geschenk für die Kinder. Ich habe bisher nichts Vergleichbares erlebt, wo sich Persönlichkeiten derart entdecken und entwickeln konnten. Es gab Schmerz und Tränen und es gab Lachen und strahlendes Leuchten. Letzteres wurde immer stärker und stabiler. 

Ich habe sehr viel Kreativität in mir entdecken dürfen. Ich habe gelernt, Ideen Raum zu geben und sie nicht gleich als Unsinn abzustempeln. Und das aber auch alles seine Zeit braucht, um sich zu entwickeln. Gerade in der letzten Ausbildungswoche meldete sich in mir immer wieder eine Stimme, die sagte: Was ist, wenn alles gut ist, so wie es ist. Wie wäre das? Und dann werde ich ganz ruhig, atme tief ein und aus und denke, ja, was wäre denn dann? 

Dies ist mein letzter blogeintrag zu diesem Thema. Es wird sehr komisch für mich sein, wenn ich morgen nicht mehr den Laptop für den blog aufklappe. Wahrscheinlich bekomme ich Entzugserscheinungen und tippe wahllos mit den Fingern auf den Tisch.

Alles hat einmal ein Ende. Es war eine wunderbare Erfahrung für mich diesen blog zu schreiben. Besonders schön waren die Kommentare, die ich dazu bekommen habe. DANKE! Das tat sehr gut. Ich hatte auch das Gefühl, dass ich über diesen blog mit vielen Menschen, die mir am Herzen liegen in Kontakt sein konnte. Und wenn ich sie dann traf oder mit ihnen telefonierte, war sofort viel mehr Nähe da, als ohne den blog. Das werde ich sehr vermissen. 


Ihr Lieben, fühlt Euch umarmt von mir!


Sat Nam
 

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