Heute habe ich mit meinen Kindern den klassischen Supergau auf dem Weihnachtsmarkt erlebt. Wir sind gemeinsam mit meiner Mutter hingefahren. Mit guter Laune und Freude auf strahlende Beleuchtung, schöne Buden und leckeren Glühwein. Anfangs lief es auch noch gut. Die Kleine fuhr grinsend mit dem Karussel und die Große aß genußvoll gebrannte Mandeln. Dann schlenderten wir an den Buden vorbei und tranken Punsch. Wir gingen weiter und die Große fing an zu meckern und nörgeln, weil wir ihr einen bestimmten teuren und "hässlichen" Engel nicht kaufen wollten. "Wenn Ihr den blöd findet, dann finde ich den den ich zu Hause eben blöd." Alle anderen Dinge in den Verkaufsständen waren natürlich nun auch superdoof. Es dauerte nicht lange, da ließ sich die Kleine anstecken und weigerte sich auch nur einen weiteren Schritt zu machen. Sie kann nicht mehr und muss sofort getragen werden. Sie brüllte und machte sich steif. Die Große stand daneben und meckerte dazu: "Die Apfelschorle trink' ich nicht mehr, da hat die reingespuckt!" Ich fühlte mich hilflos. Morgen fährt meine Mutter doch schon wieder nach Hause, es sollte doch ein schöner Abschluss werden heute. Wut stieg in mir hoch. Für einen kurzen Moment dachte ich, so jetzt brülle ich am Besten los und schrei die beiden in Grund und Boden. Doch ich hielt inne, atmete tief durch und dachte an das geöffnete Herz in den Meditationen. Ich versuchte mich nur auf mein Fühlen zu konzentrieren. Hilflosigkeit, Ohnmacht und dann stieg die Traurigkeit hoch. Ja, es tut weh, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden. Es tut weh, wenn die eigenen Kindern zu Brüll-Löwen und Meckerschafen mutieren. Doch als mir dieser Schmerz bewußt wurde, wurde das beklemmende Gefühl in der Brust weniger. Ich konnte tiefer atmen und handelte einfach. Es war kalt, wir waren schon eine Weile da und es war Abendbrotzeit. Ich nahm die Kleine auf den Arm und wir gingen zum Auto zurück und fuhren nach Hause. Nach Aufwärmen und warmen Essen waren die Kinder wieder richtig zufrieden und ließen sich ganz leicht ins Bett bringen.... Es geht nicht immer so, ich schaffe es nicht immer so ruhig zu bleiben, aber es geht manchmal auch anders...
Sat Nam
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