Sonntag, 3. April 2011

Die Kerze

Gestern Abend habe ich einem Naturwissenschaftler zugehört, der mir die schlimmst möglichen Fälle im AKW in Japan erklärt hat. Das Ergebnis war, dass er mich mit seinen Schilderungen beruhigen konnte. Es kann nicht in die Luft fliegen und für weltweite Radioaktivität sorgen. Egal, was passiert, es bleibt ein grausames, aber lokales Problem. Ich finde es gut, dass durch diese Katastrophe wieder eine grundlegende Diskussion über Kernkraft und "sichere" AKW's angestoßen wurde, aber es gibt keinen Grund zur Panik. 

Dabei ist mir klar geworden, dass meine derzeitige Ängste auch nur lokale Teile meines Lebens betreffen. Es geht nicht darum sie zu ignorieren, es geht darum, sich nicht von ihnen überschwemmen zu lassen. Ob mein Yogakurs stattfindet oder nicht, bedroht nicht mein Leben. Wo mein Mann zukünftig einen Job findet, wird nicht mein ganzes Leben beeinflussen. 

Yoga hilft mir, immer wieder in die Mitte zu kommen. In Kontakt zu bleiben mit dem, was in mir und unabhängig von äußeren Umständen ist. Vielleicht geht es im Leben immer wieder darum, die Kerze in uns finden, die immer brennt.


Sat Nam

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